Eisbasis-Pulver für Eiscreme selbst herstellen

Es gibt etliche fer­tige Eis-Mixe, die ver­sprechen, dass man nur noch Milch und/oder Sahne hinzugeben muss, um ein leck­eres Eis zu pro­duzieren.

Am bekan­ntesten ist wohl der „Eiszauber“-Mix, den ich hier mal getestet hat­te, der mich aber wegen des Geschmacks und unnötiger Zusatzstoffe nicht überzeu­gen kon­nte.

Die drei Bindemit­tel sind hier (oben links) schon zusam­menge­fügt wor­den. Der Voll­ständigkeit hal­ber: Ich habe die Zutat­en für das Foto alle hal­biert, bei euch müsste es also nach dop­pelt so viel ausse­hen.

Deshalb habe ich nun eine eigene Eis­ba­sis entwick­elt, mit der ihr schnell eigenes Eis her­stellen kön­nt. Diese habe ich mehrfach prak­tisch getestet, ihr dürft also davon aus­ge­hen, dass das so funk­tion­iert.

Rezept für Eisbasis-Pulver

Schwierigkeits­grad: Ein­fach
Eis­vari­ante: für Sah­neeis

Zutat­en:

Zubere­itung der Eis­ba­sis:

  1. Alle Zutat­en genau abwä­gen. Vor allem das Johan­nis­brotk­ern­mehl, Guark­ern­mehl und Apfelpek­tin soll­ten mit ein­er Fein­waage (ich nutze seit Jahren diese hier*) gewogen wer­den, da kleine Abwe­ichun­gen (vor allem zuviel) die Kon­sis­tenz unschön verän­dern kön­nen.
  2. Alle abge­wo­ge­nen Zutat­en durch ein Sieb zusam­men­schüt­ten (zumin­d­est das Mager­milch­pul­ver und das Vanillepul­ver) und sehr gut ver­rühren und durch­mis­chen.
  3. Zusam­men sollte die Masse nun ca. ein Kilo wiegen (genauer 1008 Gramm). Diese Masse teilen wir nun in 6 gle­iche Teile, also jew­eils 168 Gramm und geben sie einzeln in einen ver­schließbaren Behäl­ter (Tipp: Super eignen sich leere, aus­ge­spülte Smooth­ie-Flaschen*, aber es gehen auch kleine Ein­machgläs­er*,Zip­per­beu­tel oder kleine Tup­per­dosen).

Das Rezept ist für 6 Por­tio­nen „Eis­ba­sis“ aus­gelegt, ihr kön­nt nun also sechs mal Fol­gen­des machen, falls ihr schnell ein Eis haben wollt:

Zubere­itung der Eis­creme:

  1. Um das Eis anzurühren, gibt man zu ein­er Por­tion (also 168 Gramm) nur noch 180 ml Sahne und 390 ml Vollmilch.
  2. Kräftig durch­mix­en und in die Eis­mas­chine geben bzw. nach dieser Anweisung ohne Eis­mas­chine gefrieren.

Eine Por­tion ergibt ca. 750 ml Eis­masse, welche danach ca. einen Liter Eis­creme ergibt.

Tipps und Vari­anten:

  • Wer die Zeit hat, sollte bei der Zubere­itung der Eis­creme die Eis­masse nach dem Durch­mix­en einige Stun­den im Kühlschrank „reifen“ also ste­hen lassen. Vor dem Ein­füllen in die Eis­mas­chine dann bitte noch mal kurz durch­mix­en.
  • Es sollte hier Vanillepul­ver und keine frische Vanille oder Vanillepaste ver­wen­det wer­den, damit alle Zutat­en trock­en sind und sich so bess­er hal­ten.
  • Wer will, kann das Vanillepul­ver weglassen und stattdessen andere Gewürze ver­wen­den, zum Beispiel Zimt, Tonk­abohne oder süße Gewürzmis­chun­gen*.
  • Ich ver­wende auch gerne die Eis­ba­sis mit Vanille und einem Teelöf­fel ein­er süßen Gewürzmis­chung.
  • Wer das Vanillepul­ver weglässt, kann auch bei der Zubere­itung der Eis­creme in eine Por­tion das Mark ein­er frischen Vanilleschote hinzugeben.
  • Zusät­zlich kön­nen auch Nüsse, Kekse, Schoko­laden­split­ter oder andere Leck­ereien unter die Eis­creme gerührt wer­den.

Es gilt immer, eine Bal­ance zu find­en zwis­chen dem Zweck des Rezepts und dem Geschmack.

Wie ihr an der Bilanzierung seht, bleibt die Eis­ba­sis (inkl. Sahne und Vollmilch) über­all inner­halb der emp­fohle­nen Gren­zen:

Ziel dieses Rezepts ist es, möglichst schnell ohne viel Aufwand Eis her­stellen zu kön­nen. Je mehr Aufwand man betreibt, also zum Beispiel die Eis­masse noch reifen lässt und frische Vanille statt Vanillepul­ver ver­wen­det, desto bess­er wird das Eis schmeck­en, aber dann bräucht­en wir auch keinen Eis­ba­sis-Mix mehr und kön­nen gle­ich alles frisch anrühren.

Ich bin kein großer Fan solch­er Eis-Basen. Fast genau­so schnell geht zum Beispiel dieses Grun­drezept. Es schadet aber nie, zu wis­sen, was in diesen Eis-Mix­en enthal­ten ist und sie mal aus­pro­biert zu haben, um erken­nen zu kön­nen, was die Vor- und Nachteile der ver­schiede­nen Rezep­tarten sind.

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10 Kommentare… füg einen hinzu
  • Wieso werde ich das gefühl nicht los, das diese variant plus tabelle zum berechnen geklaut ist von Simon Stuber????

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    • @Tim: Ja, die Tabelle ist von Simon, aber das Rezept ist selbst berechnet. Kann sein, dass er ähnliche hat, aber das liegt in der Natur der Sache, wenn das Ergebnis ausgewogen sein soll.

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  • Hi Robert, habe mir sofort die Feinwaage bestellt, soeine hat mir noch gefehlt. Als Vanille Lieferant kennst Du auch sicher Madavanilla.de ? Dort kauf ich seit Jahren.
    Zu dem Teilen hab ich etwas Bedenken, da ich das von anderenMischungen her kenne: Wenn es nicht gleichmäßig genug vermischt ist, sind manche Teil über/unter bewertet/vorhanden.
    Weiterhin Dank für den guten Blog.

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    • @Frank: Deshalb steht im Rezept ja "sehr gut vermischen". Einmal kurz durchrühren reicht nicht.

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  • Habe soeben das Eis für meine Famiele gemacht. Probiert haben es alle. Fertig gegessen hats keiner. Das Eis ist soooooo süß. Muss jetzt mal schauen, was ich mit dem restlichen Eispulver mache. Gibt es eine Möglichkeit, wie ich es strecken kann?

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    • @J. Zimmermann: Wenn euch allen das Eis zu süß ist, könnt ihr es mit mehr Magermilchpulver sowie mehr Milch und Sahne strecken. Aber wundert mich eigentlich, weil es das jetzt schon mehrmals gemacht habe und das Eis nicht süßer als andere Eissorten ist.

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  • Hallo,

    Kann man statt der Sahne auch mehr Milchpulver hinzugeben?
    Hierzulande ist Sahne kaum erhältlich.

    Schönen Gruss

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    • @Yac: Mal interessehalber: Wo wohnst Du denn, dass dort keine Sahne erhältlich ist?

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  • Hallo,
    welche Wirkung hat denn eigentlich das Pektin in dieser Rezeptur? Eigentlich benötigt Pektin wie andere Geliermittel auch höhere Temperaturen um ein Gel auszubilden (bei Pektin etwa 85°C, ähnlich wie Carrageen), man müsste die Masse also erhitzen, um die gelbildenden Eigenschaften zu erhalten. Was macht das Pektin denn hier?

    Vielen Dank für die Aufklärung!
    crispinus

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    • @crispinus: Einige der Eismassen werden vor der Verwendung ja auch erhitzt, dann ist das Apfelpektin sinnvoll, wird die Eismasse nicht erhitzt, könnte auf das Pektin verzichtet werden, aber schaden tut es in der Menge auch nicht.

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