Gebrannte Mandeln selbst machen

Passend zur Wei­h­nacht­szeit und als Vor­bere­itung für kom­mende Eis­rezepte gibt es heute ein sehr leck­eres Rezept, um gebran­nte Man­deln selb­st zu machen.

Diese gebran­nte Man­deln schmeck­en oft sog­ar bess­er als die vom Jahrmarkt, weil man sie nach seinem per­sön­lichen Geschmack würzen kann. Außer­dem sind sie ein per­fek­tes Wei­h­nachts­geschenk, weil sie in der Regel schneller weg sind als man Guck­en kann.

Die Vorge­hensweise ist prinzip­iell ziem­lich ein­fach, die Tücke liegt im Detail, in diesem Fall im Tim­ing und der Tem­per­atur. Deshalb lest vor der Zubere­itung bitte gründlich die Tipps und Tricks, damit es nicht zu bösen Über­raschun­gen kommt.

Rezept für gebrannte Mandeln

Zutat­en:

Zubere­itung:

  1. Den Zuck­er zusam­men mit dem Zimt und dem Vanillezuck­er und einen Edel­stahltopf geben und durch­mis­chen.
  2. Das Wass­er hinzugeben und ohne Umrühren kochen lassen.
  3. Wenn die Zuck­er­mis­chung kocht, die Hitze reduzieren und die Man­deln hinzugeben.
  4. Jet­zt ständig rühren, bis das Wass­er verkocht ist und der Zuck­er hart wird.
  5. Nun weit­er rühren (ggf. die Tem­per­atur leicht erhöhen), bis der Zuck­er am Topf­bo­den zu schmilzen begin­nt und sich um die Man­deln legt.
  6. Wenn die Man­deln begin­nen zu glänzen, den Topf vom Herd nehmen und auf Back­pa­pi­er mit ein­er Gabel o.ä. aus­bre­it­en.

Tipps und Vari­anten:

  • Die Gewürze kön­nen nach Geschmack etwas vari­iert wer­den, z.B. mit Nelke, Kar­da­mon, Ing­w­er, o.ä. Ich nehme statt dem kün­stlichen Vanillezuck­er meist einen Teelöf­fel Vanille­ex­trakt*.
  • Einie Leute schwören auf die Ver­wen­dung ein­er Edel­stahlp­fanne statt eines Topfes. Ich bevorzuge den Topf, weil dieser sich lei­der vom harten Zuck­er säu­bern lässt. Ein­fach den noch heißeen Topf mit war­men Wass­er füllen und paar Minuten auf den noch heißen Herd stellen. Das Rezept funk­tion­iert aber auch mit ein­er beschichteten Pfanne.
  • Wer noch keine Rou­tine bei diesem Rezept hat, kann einige Fehler machen, die dazu führen, dass der Zuck­er „ver­bren­nt“, bevor er fest wird oder dass der Zuck­er dunkel und bit­ter wird (siehe Foto). Die Ursache für bei­de Prob­leme liegt in der Tem­per­atur. Die Zuck­er­masse mit dem Wass­er muss zum Kochen gebracht wer­den, aber danach kann sie auf mit­tlerer Hitze (bei mir auf Stufe 4 von 6 am Herd) weit­erköcheln, bis das ganze Wass­er verkocht ist. Wer hier volle Pulle die Hitze laufen lässt, wird schnell einen stechen­den Geruch fest­stellen, dann war die Masse zu heiß und man bekommt eine Art Karamell. Je länger man diesen dann im Topf lässt, desto dun­kler und bit­ter­er wird er.
  • Eine weit­ere Quelle für Irri­ta­tio­nen ist der Zeit­punkt, wenn der Zuck­er hart gewor­den ist. Nun kommt es auf das richtige Tim­ing an. Wer­den die Man­deln zu früh aus dem Topf geholt, klebt der feste Zuck­er nicht an den Man­deln. Deswe­gen weit­er rühren, auch wenn es anstren­gen­der ist, bis der Zuck­er wieder schmilzt und qua­si als eine Art Kle­ber für den harten Zuck­er dient. Wenn die Man­deln an eini­gen Stellen glänzen und der Topf­bo­den (bei ständi­gem Rühren) nicht mehr von hartem Zuck­er bedeckt ist, soll­ten die Man­deln vom Herd genom­men wer­den. Bleiben sie nun zu lange im Topf, bekom­men wir den ver­bran­nten Zuck­er (siehe oben).
  • Statt Man­deln kön­nen auch andere Nüsse oder Schalen­früchte wie Pis­tazien, Erd­nüsse, Cashewnüsse, Pinienkerne, Son­nen­blu­menkerne, Pekan­nüsse oder Hasel­nüsse ver­wen­det wer­den.
Links Man­deln, bei denen der Zuck­er zu heiß erhitzt wurde, rechts die gelun­genen Man­deln (je nach Gus­to kön­nten sie noch etwas mehr geschmolzenen Zuck­er enthal­ten)

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Eis-Rezept: Spekulatius-Eis mit Spekulatius-Stückchen selbst machen

Es gab schon lange kein neues Rezept mehr hier im Blog. Das will ich rechtzeit­ig vor Wei­h­nacht­en ändern und zwar mit einem leck­eren Speku­latius-Eis. Das kann zwar das ganze Jahr gegessen wer­den, eignet sich aber am besten als Dessert für das Wei­h­nachts­menü oder einen gemütlichen Nach­mit­tag im Advent.

Dafür habe ich eine Milcheis-Basis mit Keks­gewürz sowie viele Speku­latius-Stückchen ver­wen­det, alles bilanziert mit der Web­seite Eisapp24, welche ich hier vorgestellt hat­te.

Spekulatius-Eis selbst machen

Eis­vari­ante: Sah­neeis
Schwierigkeits­grad: Mit­tel

Zutat­en:

Zubere­itung:

  1. Den Zuck­er mit dem Trauben­zuck­er, dem Mager­milch­pul­ver, dem Salz und der Gewürzmis­chung mis­chen und gut ver­rühren.
  2. Die Eigelbe hinzugeben und gut rühren, bis sich der Zuck­er aufgelöst hat.
  3. In der Zwis­chen­zeit die Vollmilch mit der Sahne ver­rühren und auf dem Herd etwas erwär­men.
  4. Die Milch-Sahne-Mis­chung langsam unter ständi­gem Rühren nach und nach zur Zuck­er-Ei-Mis­chung geben und gut ver­rühren.
  5. Die Eis­masse auf den Herd stellen und bis ca. 85°C sim­mern lassen (wie das „zur Rose abziehen“ genau funk­tion­iert, kön­nt ihr hier nach­le­sen), aber nicht kochen!
  6. Wenn die Eis­masse etwas dick­flüs­siger wird, vom Herd nehmen und (zum Beispiel im Eiswür­fel­bad) auf Kühlschrank­tem­per­atur abkühlen lassen.
  7. Die Eis­masse in die Eis­mas­chine geben. Wer keine Eis­mas­chine hat, kann dieser Anleitung fol­gen.
  8. In der Zwis­chen­zeit die 10 Speku­latius in Achtel brechen.
  9. Wenn die Eis­masse fer­tig ist, umfüllen und zwis­chen­durch die Speku­latius-Stückchen vor­sichtig unter­rühren.
Bilanzierungsta­belle für das Speku­latius-Eis (ohne die Gewürz-Speku­latius, da diese als feste Stückchen die Eis­masse nicht bee­in­flussen)

Tipps und Vari­anten:

  • Wer das Eis für eine Auf­be­wahrung im Tiefküh­ler fes­ter haben will, kann das Men­gen­ver­hält­nis von Trauben­zuck­er und Zuck­er umkehren.
  • Je nach Geschmack kön­nen statt der Gewürz-Speku­latius auch Mandel‑, Schoko- oder But­ter-Speku­latius ver­wen­det wer­den, die einen milderen Geschmack haben.
  • Vor drei Jahren hat­te ich dieses andere Rezept für Speku­latiu­seis vorgestellt, das war aber noch nicht bilanziert.
Nährw­er­tangaben für das Speku­latius-Eis
(mit den Gewürz-Speku­latius)

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Eiscreme-Trends, Neuheiten und mehr von der ANUGA (Teil 2)

Gestern gab es hier Teil 1 mein­er Über­sicht über die neusten Eis­creme-Trends auf der Food-Messe ANUGA. Heute geht es ohne viele Worte gle­ich weit­er mit dem zweit­en Teil:

Aus Zypern kommt die Fir­ma Papafil­ipou, welche ihre Marke „Max and Fri­da“ vorstellt, ein gefrorenes Dessert für Hunde. Es darf nicht Eis­creme genan­nt wer­den, weil es wed­er Milch noch Zuck­er enthält, stattdessen sind Honig, Kokos­milch und ‑öl, Leinen­samenöl, Poly­dex­trose und Vanille­ex­trakt drin. Es ist auch für den men­schlichen Verzehr geeignet.
Daneben stellen sie ihre neue Eis­rei­he vor, welche fet­tfrei ist und ohne Zuck­erzusatz auskommt.

Eis­dessert für Hunde: Max & Fri­da

Mit „70% weniger Zuck­er“ wirbt auch die bel­gis­che Fir­ma Ice­Crime­Fac­to­ry für ihre „Ice Crime“, bei der der Zuck­er durch Ste­via erset­zt wird.

Eis mit 70% weniger Zuck­er: Ice Crime

Die Ital­iener von Casa del Gela­to stellen vor allem „White Label-Marken her, in Deutsch­land unter anderem für Eis­creme von Lidl und Net­to. Neu hinge­gen ist deren Eigen­marke „Gela­to Crunch On and On“, bei der 5 ver­schiedene Zutat­en zu einem Eis-Dessert geschichtet wer­den, zum Beispiel „Straw­ber­ry Cheese­cake“ oder „Salt­ed Caramel“.

Bei dem „Lay­ered Gela­to“ lief mir das Wass­er im Mund zusam­men

Eben­falls aus Irland ist die Fir­ma Sil­ver Pail Dairy, welche opu­lente Eis­creme-Torten vorstellt, darunter die Sorten „Irish Cream Liquer“ (mit Cheese­cake-Fül­lung), „Rocky Road“ mit Schoko­ladeneis, Marsh­mel­lows und Keksstückchen sowie „Cook­ies und Cream“ mit Vanilleeis, Schokokek­sen und Schoko­laden­sauce.

Die rumänis­che Fir­ma Siviero Maria präsen­tiert ihr neues „Bier-Sor­bet“, wer will, kann es aber auch mit unserem Rezept hier selb­st machen.

Fast alle Trends auf ein­mal deckt die slowenis­che Fir­ma Organi­ka Plus mit ihrer Marke „Indy & Pip­pa“ ab. Das ist Bio-Eis, kom­plett veg­an, sojafrei, gluten­frei und ohne Raf­finer­iezuck­er.

Veg­anes Bio-Eis: Indy & Pip­pa

In die gle­iche Kerbe, auch aus Slowe­nien, schlägt die Fir­ma „Lumi“, welche kom­plett natür­liche Eis­creme anbi­etet: Veg­an, gluten­frei, Gen­tech­nik-frei und ohne Zusatzstoffe.

Neu auf dem Markt ist das „Dynamice“-Wassereis aus den Nieder­lan­den. Es kommt in Form eines Drück­eis­es als „Energiedrink zum Lutschen“ mit Guarana in den Geschmack­srich­tun­gen Kirsche und Limone.

Gefroren­er Ener­gy Drink: Dynam­ice

Auch aus den Nieder­lan­den kommt die Fir­ma Boer­marke, die zwei neue Pro­duk­te vorstellt. Den „Every Day Ice­Cream Donut“, der wie der Name ver­muten lässt, ein Donut mit ein­er Eis­creme-Fül­lung in vier ver­schiede­nen Sorten ist. Außer­dem gibt es eine veg­ane Soft­eis-Basis sowie „Ice Cakes“, also abgepack­te Eis­torten.

Donut mit Eis­creme-Fül­lung

Die bel­gis­che Eis­fir­ma Glacio ist nur weni­gen bekan­nt, dabei ist sie eine der größten Fir­men, welche weltweit White­la­bel-Eis­pro­duk­te für viele Eigen­marken her­stellt, darunter etliche Eis-Desserts wie Brat­apfel, Meringues, Donauwellen oder Eiskrönchen.

Neue Produkte im Bereich Zutaten für die Eisherstellung

  • Die Berlin­er Start-u-Fir­ma Pri­mal Life stellt ihre Marke fair­ment vor. Das sind Starter-Sets, mit denen selb­st Fer­men­ta­tion ohne Vorken­nt­nisse gemacht wer­den kann: Für uns am inter­es­san­testen sich­er Milch-Kefir und veg­an­er Joghurt, aber auch Kom­bucha, Sauerteig oder Wasserke­fir sind im Sor­ti­ment.
  • Wer sein Eis mit der ange­sagten Jack­fruit verse­hen will, find­et sie hier bei Jacky F. hier süß getrock­net oder salzig als Stücke, bei­des bio.
  • Wer sich ans oben erwäh­nte Eis mit Birken­wass­er selb­st wagen will, find­et bei TREO Birken­wassern mit ver­schiede­nen Sorten Frucht­geschmack.
  • Inter­es­sant fand ich die flüs­si­gen Kräuter aus Däne­mark, die mit Bioes­sig und Meer­salz halt­bar gemacht wer­den. Aktuell ver­füg­bar sind Basi­likum, Oregano, Ros­marin, Chili, Bär­lauch, Estragon, Thymi­an, Dill und Knoblauch. Für die etwas aus­ge­fal­l­eneren Eis­sorten.
  • Aus Schwe­den bringt die Fir­ma Bla­tand handgepflück­te gefrier­getrock­nete Früchte, neben Preisel­beeren und Blaubeeren die sel­te­nen Molte­beeren, lei­der nur in großen Men­gen.
  • Die nieder­ländis­che Fir­ma Smooth­ie Rebels hinge­gen bringt haushalt­süblichere kleine Men­gen an gefrore­nen Frucht­pürees in den Han­del, bei der ver­schiedene Frucht­sorten fer­tig gemis­cht sind. Ide­al für Smooth­ies, aber eben auch für Sor­bets.
Ver­schiedene Frucht­mixe von Smooth­ie Rebels

Der Trend ist klar: Entwed­er bio und veg­an mit wenig Zuck­er, oder gle­ich volles Pro­gramm als Eis­torten mit Sauce, Streuseln und Kuchen­stückchen.

Eiscreme-Trends, Neuheiten und mehr von der ANUGA (Teil 1)

Aktuell find­et Anfang Okto­ber 2019 die weltweit führende Ernährungsmesse ANUGA zum 100. Mal in Köln statt. Ich war für euch vor Ort, um mir die neusten Pro­duk­te anzuschauen, die im Bere­ich Eis­creme inter­es­sant sind.

Die meis­ten Pro­duk­te, die ich vorstelle, sind ver­pack­te Eis­creme-Pro­duk­te für den End­ver­brauch, aber im zweit­en Teil stelle ich auch einige Zutat­en vor, die als Inspi­ra­tion für die eige­nen Eis­rezepte dienen kön­nen.

Bevor wir uns den konkreten Fir­men wid­men, ein Überblick über die groben Trends: Der „frei von“-Trend, ich schon let­ztes Jahr bei der Gelatis­si­mo beobacht­en kon­nte, find­et nun auch seinen Weg in die abgepack­ten Eis­sorten: Viele neue veg­ane Sorten, sehr viel Eis zuck­er­frei, zuck­erre­duziert, ohne Zuck­erzusatz, lak­tose­frei, fet­tfrei, bio und so weit­er. Auch weniger Kalo­rien spie­len eine große Rolle, es gab einige Eis­pack­un­gen, bei denen die (geringe) Kalo­rien­zahl die größte Infor­ma­tion, noch vor Her­steller und Geschmack­srich­tung war.

Wenn ein 500g-Eis­bech­er weniger Kalo­rien enthält als eine 100g-Tafel Schoko­lade, kann man das auch schon mal groß auf die Ver­pack­ung druck­en…

Als Gegen­be­we­gung zu dieser Reduk­tion gibt es etliche neue Eis-Kreatio­nen, die sehr opu­lent ganze Desserts kom­binieren: Eis mit viel Karamell­sauce, Kuchen­teig, Keksstückchen, Streuseln und so weit­er, optisch aufwändig für das Fam­i­lien­dessert an Feierta­gen her­aus­geputzt.

Nur eine von vie­len ver­schiede­nen Eis­torten auf der ANUGA

Etwas selt­sam finde ich, dass viele Eis-Her­steller neuerd­ings damit wer­ben, dass ihre Eis­creme frei von Gen­tech­nik sei. Das ist zwar erst mal pos­i­tiv, wirft bei mir aber die Frage auf, ob das bish­er nicht der Fall war? Oder ist das nur so ein Mar­ket­ing-Trick wie beim „veg­a­nen Wass­er“, wo eine Selb­stver­ständlichkeit über­be­tont wird.

Frozen­Dutch lässt keinen Zweifel daran, dass sie veg­anes Bio-Eis anbi­eten

Doch schauen wir uns mal an, was es Neues gibt:

Einige span­nende Pro­duk­te hat die rel­a­tiv junge Eis­fir­ma DADU aus Litauen vorgestellt: So gibt es die bei­den Eis­sorten Wilde Minze und Schwarze Johan­nis­beere als Drück­eis mit Birken­wass­er, jew­eils bio. Auch das klas­sis­che rus­sis­che „Plombir“-Eis haben sie als Bio-Vari­ante. Weit­er­hin gibt es Joghurt-Stieleis in zwei Geschmack­srich­tun­gen mit den pro­bi­o­tis­chen Bifi­dobak­te­rien BB-12, welche die Dar­mge­sund­heit unter­stützen sollen. Als „Insta­gram-Lin­ie“ ver­mark­ten sie ihr far­biges Eis in drei Sorten, ein schwarzes Eis in schwarz­er Waf­fel, ein mit Algen blau gefärbtes Eis in schwarz­er Waf­fel und ein mit Lin­den­blüten grün gefärbtes Eis in grün­er Waf­fel, welch­es bei Insta­gram durch die ungewöhn­lichen Far­ben für Hin­guck­er sor­gen soll.

gefärbtes Eis in gefärbten Waf­feln von dadu

Seit 1991 gibt es die slowenis­che Fir­ma Incom, welche in kurz­er Zeit eine beachtliche Anzahl an White-Label-Lösun­gen auf den Markt gebracht hat. Über 45 Fir­men beliefert die Fir­ma. Ver­stärkt wird nun auf ihre Eigen­marke Leone geset­zt. Da gibt es neu die „Al!ve Mini Meal“, Eis am Stiel, welch­es mit wenig Kalo­rien und „Super Foods“ gesün­der und eine Alter­na­tive zum Früh­stück sein soll, zum Beispiel die Sorte „Cannabis & Banana“ mit Han­f­samen und Hanf­pro­tein. Die Rei­he „Al!ve Pro­tein“ set­zt auf mehr Pro­tein und weniger Fett und Zuck­er, wahlweise als Stieleis oder geschichtete Bech­er.
Die Serie „Self­ie Sticks“ liefert Eis am Stiel mit Motiv­en wie Lip­pen, Son­nen­brillen, Zun­gen oder Schnur­bärten, die foto­gen für Insta­gram vor das Gesicht gehal­ten wer­den kön­nen.
Auch die Eis, wo in der Eis­diele dieses kun­stvoll in Form ein­er Rose in die Eiswaf­fel schichtet, haben sie als abgepack­tes „Rose Cone“ im Pro­gramm.

Self­ie-Stick-Eis der Marke Leone

Aus Dubai kommt die Fir­ma „Came­li­cious“, welche etliche Pro­duk­te aus Kamelmilch anbi­etet, darunter auch Eis­creme mit Kamelmilch, unter anderem die Sorten Safran, Zimt und Kar­da­mon.

Kamelmilch-Eis­creme

Die deutsche Fir­ma Fol­low­food, die stark auf Nach­haltigkeit und Bio-Lebens­mit­tel set­zt, stellt drei neue Sor­bets aus Frucht und Gemüse vor: Karotte & Orange, Rote Beete & Him­beere, Kür­bis & Orange. Jew­eils mit 66–70% Gemüse/Frucht-Anteil, wenig Zuck­er, veg­an und Deme­ter-zer­ti­fiziert.

Sor­bets mit Gemüse von fol­low­food

Ihr ken­nt sich­er diese Kipp-Joghurts von müller, wo man sich die Frucht­mis­chung selb­st in den Joghurt rühren kann? Ähn­lich­es gibt es mit „Il Gela­to“ nun auch von der ital­ienis­chen Fir­ma Tonit­to. Das sind Eis­pack­un­gen mit Joghurteis, wo das Frucht-Var­ie­ga­to oben als weit­ere Schicht serviert wird.

Il Gela­to-Schichteis

Aus Equador kommt die Fir­ma Green­gar­den, welche leckere Sor­bets aus heimis­chen Frücht­en anbi­etet, zum Beispiel Pas­sions­frucht, Blaubeere, Limone, Man­go und – son­st fast nir­gends zu bekom­men – Stachelan­none.

Stachelan­none-Eis­creme von Green­gar­den

Die kleine Eis­fir­ma E.Pyrga aus Zypern stellt ihr „20/20 Fitness“-Eis vor, welch­es wenig Fett und Zuck­er, dafür viel Milch­pro­tein enthält. Außer­dem hat sie die sel­tene Sorte „Chios Mas­tic“ im Pro­gramm, welche als geschmacks­gebende Zutat­en das Gum­mi­harz der Mas­tixsträuch­er der griechis­chen Insel Chios enthält. Ein weit­eres Fit­nes­seis mit 10–20% Pro­tein je nach Sorte namens „Fit­Fu­el“ kommt von der irischen Fir­ma Cool­hull Farm.

Die Eis­fab­rik „De Jong‚s IJs“ in den Nieder­lan­den, welche u.a. für Frozen­Dutch pro­duziert, haben ein kurzes Video über „einen Tag in der Eis­creme-Fab­rik“ gedreht, wo sie zeigen, wie sie ihr Eis her­stellen:

Im zweit­en Teil geht es hier weit­er, da stelle ich euch dann die span­nen­den Zutat­en sowie Eis für Hunde, gefrorene Ener­gy Drinks und Eis­creme-Donuts vor.

Rezension: Eismischung „Wunderhut Selbstmacheis“ von Der Verrückte Eismacher

Der ver­rück­te Eis­mach­er ist eini­gen Leserin­nen und Lesern vielle­icht schon als Eis­diele in München bekan­nt, welche ich hier rezen­siert habe. Nun hat der Eis­mach­er wie schon vor ihm die Ham­burg­er Eis­diele „Luicella’s Ice Cream“ ver­schiedene Eis­pul­ver namens „Wun­der­hut“* auf den Markt gebracht, um Leuten die häus­liche Eish­er­stel­lung zu erle­ichtern.

Aktuell gibt es fünf Sorten im Shop: Eis­mis­chung für Milcheis, Fruchteis, Joghurteis, Schoko­ladeneis und für Eis mit Alko­hol. Enthal­ten sind je nach Sorte 170 bzw. 175g Eis­pul­ver bei einem Preis von 6,90 Euro. Ein 5er-Pack mit je ein­er Sorte ist etwas gün­stiger.

Die Ver­pack­ung ist ungewöhn­lich und aus mein­er Sicht ein großer Kri­tikpunkt. Beim Ver­rück­ten Eis­mach­er lehnt sich alles an „Alice im Wun­der­land“ an, sein Name z.B. vom ver­rück­ten Hut­mach­er und deshalb soll die Ver­pack­ung, wie im Bild oben zu sehen, gemäß der „Cor­po­rate Iden­ti­ty“ einen Hut nachah­men.

Dieser ist aus Met­all und lässt sich an der „Hutkrempe“ öff­nen. Drumherum ist noch viel Plas­tik mit den Nährw­er­tangaben. der Zutaten­liste und eini­gen anderen Infos. Innen gibt es noch ein kleines Falt­blatt, welch­es auf der einen Seite noch mal erwäh­nt, mit welchen Flüs­sigkeit­en welch­es Eis­pul­ver gemis­cht wer­den soll und auf der Rück­seite ist kurz die Zubere­itung erk­lärt. Die Pul­ver selb­st ist noch mal in Plas­tik ver­packt.

Damit ist das ziem­lich viel Ver­pack­ungsmüll für 170g Gramm Pul­ver. Ich dachte erst, ich kön­nte die Met­all­dose vielle­icht ander­weit­ig für Kleinkram ver­wen­den, was aber unprak­tisch ist auf­grund der bre­it­en Hutkrempe. Da diese oben sein müsste, damit beim Öff­nen nicht alles raus­fällt, wäre auch der Auf­druck kopfüber, der zumal neu­traler hätte gestal­tet sein kön­nen, um die Dose ansehn­lich­er zu machen.

Das Eis­pul­ver auf mein­er Hand­fläche

Die 170g Pul­ver ergeben zusam­men mit der Flüs­sigkeit je nach Sorte ca. 500g (Schoko­ladeneis) bis 650g (Milcheis) Eis­masse. Das finde ich bei einem Preis von knapp 7 Euro pro Eis­mis­chung teuer, auch im Ver­gle­ich zu anderen Eis­mis­chun­gen. Diese Menge ist für meine Eis­mas­chine aber eh unter der Min­dest­füll­menge und ich muss zwei Eis­mis­chun­gen ver­wen­den, um ein Mal Eis machen zu kön­nen.

Die Zubere­itung ist denkbar ein­fach: Je nach Sorte wer­den z.B. beim Milcheis für ein „Fior di Latte“-Eis 300g Vollmilch sowie 183g Sahne zum Pul­ver gegeben, gut durchgemixt und ab in die Eis­mas­chine. Beim Fruchteis sollen 414g frisch gepresster Orangen­saft sowie 58g Wass­er hinzugeben wer­den, um ein Orangen-Fruchteis zu erhal­ten.

Wer jedoch keine Eis­mas­chine hat, sollte den Aufwand nicht unter­schätzen, die Eis­masse während der Gefrierens alle 30 Minuten für ca. acht Stun­den umrühren zu müssen. Und selb­st dann wird die Kon­sis­tenz nicht so cremig wer­den wie bei der Zubere­itung in ein­er Eis­mas­chine.

The­o­retisch kön­nen die Pul­ver als Basis für viele „ver­rrück­te“ Eis­sorten genutzt wer­den, aber lei­der ist das dazuge­hörige Rezept­buch, was im Shop gelis­tet ist und Vorschläge machen soll, seit über einem Jahr „ver­grif­f­en“.

Diese Eis­pul­ver kön­nen ja, wie hier im Blog beschrieben, ganz unter­schiedliche Zutat­en enthal­ten. Beim Ver­rück­ten Eis­mach­er beste­ht die Eis­mis­chung für Milcheis z.B. fast zur Hälfte aus Rohrzuck­er, gefol­gt von Mager­milch­pul­ver, Glukosepul­ver, Pflanzen­fasern und Mal­todex­trin, sowie Verdick­ungsmit­tel wie Johan­nis­brotk­ern­mehl, Xan­than, Guark­ern­mehl und etwas Salz.

Solche Mis­chun­gen kann man wie hier erk­lärt auch selb­st machen, das erfordert bei ca. 9–12 Zutat­en pro Eis­mis­chung aber natür­lich Geduld und genü­gend Rohstoffe, die dann entsprechend auch ver­braucht wer­den müssen. Wer also sel­ten Eis macht, spart sich mit den Fer­tig­pul­vern Zeit und Zutat­en.

Ein weit­er­er Wer­mut­stropfen war bei mir die Halt­barkeit: Eine Liefer­ung, welche ich am 25.8.2019 bestellt habe, kam am 29.9.2019 bei mir an und die Eis­mis­chun­gen hat­ten als Min­desthalt­barkeits­da­tum den 31.10.2019, also ca. zwei Monate. Das finde ich für ein Con­ve­nience-Pro­dukt deut­lich zu kurz, zumal die trock­e­nen Zutat­en eigentlich länger halt­bar sein soll­ten.

Faz­it: Mit ein­er (kleinen) Eis­mas­chine funk­tion­ieren die Mis­chun­gen wun­der­bar, schmeck­en und sparen Zeit, sind aber ver­hält­nis­mäßig teuer und verur­sachen unnötig viel Ver­pack­ungsmüll. Wer es aus­pro­bieren will, kann die Wun­der­hut-Sorten hier bei Amazon.de* kaufen.

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Kostenlose Excel-Tabelle zur Eis-Bilanzierung

Immer wieder find­en sich in den Kom­mentaren hier wahre Gold­stücke. So auch dieser Kom­men­tar von Hol­ger Kierey, in dem er auf seine selb­st erstellte kosten­lose Excel-Tabelle zur Eis­bi­lanzierung hin­weist:

Rezept­bi­lanzierung mit der Excel-Tabelle von Hol­ger Kierey

Hal­lo Robert, ich habe auch ein kleines Eis­bi­lanzierung­spro­gramm geschrieben und benutzte es für meine Eis­rezepte auf http://www.hkierey.de. Dafür hole ich die Trock­en­massew­erte von naehrwertrechner.de, z.B. für Sahne: https://www.naehrwertrechner.de/naehrwerte/M173800/Schlagsahne+30+%25+Fett. Dort ist der Wasserge­halt angegeben, die Dif­ferenz zu 100% ist dann die Trock­en­masse.“

Hier der Link zum Artikel, in dem er den Gratis-Down­load anbi­etet und euch auch die Benutzung erk­lärt:

Für eine neue Bilanzierung kopiere man sich am besten ein kom­plettes Eis­rezept und füge es unten neu ein. Dann wäh­le man seine Zutat­en und deren Menge, wobei der Name jew­eils genau einem Ein­trag auf der Seite „Eis­bi­lanzierung“ entsprechen muss. Neue Zutat­en trage man eben­falls auf der Seite Eis­bi­lanzierung mit ihren vorgegebe­nen Spal­ten ein.“

Auf der Web­seite von Hol­ger gibt es ggf. auch immer die aktuell­ste Ver­sion der Excel-Tabelle, deswe­gen legt euch am besten ein Leseze­ichen an.

Eigelb-Umrech­nung in der Excel-Tabelle

Das Beson­dere an seinem Eis-Bilanzierungstool ist neben der kosten­losen Ver­füg­barkeit, dass alle Inhaltsstoffe mit Quellen ver­linkt sind und die natür­lich bei Bedarf ergänzt wer­den kann. Zusät­zlich gibt es einen Ei- und Eigelb-Umrech­n­er („Wie viel Eier braucht man für x Gramm Eigelb“?) sowie eine Umrech­nung für ver­schiedene Eis-Basen. Außer­dem kön­nen die fer­ti­gen Rezepte leicht in der Menge skaliert wer­den.

Es ist vielle­icht nicht ganz so kom­fort­a­bel bei der Rezept-Berech­nung und Ver­wal­tung wie die kür­zlich vorgestellte zahlungspflichtige Web­seite eisapp24.de, dafür aber eben gratis. Für Anfänger und Hob­by-Eis­mach­er ist die Tabelle auf jeden Fall ein sehr hil­fre­ich­es Tool, was in kein­er Küche mit Eis­mas­chine fehlen sollte.

Wie berech­net ihr eure Eis­rezepte?

Rezension: „Pidapipó: Eistoll & Dessertverliebt“ von von Lisa Valmorbida und Jean Julien

Rechtzeit­ig vor jedem Som­mer erscheinen einige neue Büch­er mit Eis­rezepten und ich ver­suche im Laufe der Sai­son die wichtig­sten Neuer­schei­n­un­gen für Euch durchzule­sen und zu testen, damit ihr einen Überblick im Dic­kicht der Rezept­büch­er behal­ten kön­nt.

Illus­tra­tion: © Jean Jul­lien Foto: © Lau­ren Bam­ford und Jes­per Hede
(Sievek­ing Ver­lag, 2019)

Vor paar Wochen gab es die Rezen­sion der „Eis-Bibel“, heute ist das Buch „Pidapipó: Eis­toll & Dessertver­liebt“* von Lisa Val­mor­bi­da an der Rei­he. Lisa betreibt seit knapp sechs Jahren die gle­ich­namige Eis­diele „Pidapipó“ in Mel­bourne, Aus­tralien, vor zwei Jahren erschien ihr Rezept­buch „Gela­to Eight Days A Week“* in englisch und vor weni­gen Monat­en nun auch das vor­liegende Exem­plar in deutsch.

Die Illus­tra­tio­nen sind von Jean Julien und spie­len in ein­er Mis­chung aus Foto und Zeich­nung sehr kreativ und fan­tasievoll mit den ver­wen­de­ten Zutat­en und deshalb hat das Buch zurecht 2018 den AGDA Design Award und den „Aus­tralian Design Award“ für das am besten gestal­tete Kochbuch erhal­ten.

Illus­tra­tion: © Jean Jul­lien
Aus: PIDAPIPÓ. EISTOLL & DESSERTVERLIEBT (Sievek­ing Ver­lag, 2019)

Uns soll es aber mehr um den Inhalt geben. Im Buch sind 55 Rezepte enthal­ten, davon 16 Sor­bets und Gran­i­tas sowie 18 Eis-Desserts wie „Brioche mit Pis­tanzieneis“ oder „Apfel-Amaret­ti-Crum­ble“, es bleiben also ca. 20 Eis­creme-Sorten.

Die Eis­rezepte wer­den wie im Buch „Das beste Eis der Welt“ nach den vier Jahreszeit­en gegliedert und durch viele per­sön­liche Anek­doten und alte Fam­i­lien­fo­tos unterteilt. Die Rezepte sind über­sichtlich lay­outet und in so gut wie jedem davon ist Johan­nis­brotk­ern­mehl als Bindemit­tel enthal­ten.

Hier fan­gen jedoch lei­der meine Kri­tikpunk­te an: Für einen Liter Eis­masse wer­den hier fünf (!) Gramm Johan­nis­brotk­ern­mehl ver­wen­det, was ein­deutig zu viel ist und zu ein­er kau­gum­mi­ar­ti­gen Kon­sis­tenz führt. Ich habe das Salzkarameleis sowie das Milcheis nachgekocht und fand im End­ef­fekt selb­st meine ver­wen­de­ten 3 Gramm noch rel­a­tiv viel. Während auf Seite 16 noch ste­ht, dass Johan­nis­brotk­ern­mehl erhitzt wer­den müsse, um aktiv zu wer­den, gibt es etliche Rezepte im Buch, wo das nicht der Fall ist, was wiederum okay ist, weil Johan­nis­brotk­ern­mehl tat­säch­lich auch kalt bindet.

Beim Rezept für das Salzkaramelleis stimmt die ver­wen­dete Wasser­menge nicht mit der angegebe­nen Kochzeit übere­in und bei den Rezepten für „Minikrapfen, gefüllt mit Nutel­la-Wirbel-Eis “ und „Can­no­li mit Ricottafül­lung“ ste­ht wortwörtlich „Einen großen Topf halb­hoch mit Pflanzenöl füllen. Das Öl auf 170°C erhitzen“. Kein Wort davon, wie brandge­fährlich eine solche Menge sieden­des Öl ist und auch keine Erwäh­nung ein­er Fri­teuse als Alter­na­tive. Das halte ich für grob fahrläs­sig.

Minikrapfen, gefüllt mit Nutel­la-Wirbel-Eis
Foto: © Lau­ren Bam­ford und Jes­per Hede
Aus: PIDAPIPÓ. EISTOLL & DESSERTVERLIEBT (Sievek­ing Ver­lag, 2019)

Wenn wir die Menge vom Johan­nis­brotk­ern­mehl in jedem Rezept hal­bieren, funk­tion­ieren diese und sind leicht nach­mach­bar. Dafür ist die Rezept­menge jedoch ins­ge­samt, vor allem im Ver­gle­ich zu anderen guten Eis­büch­ern, sehr ger­ing. Nicht mal der Klas­sik­er, ein nor­males Vanilleeis ist im Buch zu find­en. Stattdessen erwäh­nt die Autorin auf Seite 31 beim „Fior Die Lat­te-Milcheis“-Rezept nur, dass sie dieses lieber als Vanilleeis mag. Auch hier kein Hin­weis, wie das Rezept leicht zu einem Vanilleeis­rezept abzuwan­deln wäre.

Zusam­men mit den Fam­i­lien­fo­tos und den aus­führlichen Anek­doten zur Fam­i­liengeschichte und Entste­hung ihres Eissa­lons drängt sich der Ein­druck auf, die Autorin wollte eher eine Biografie ihrer Eis­diele schreiben als ein uni­versell nüt­zlich­es Rezept­buch. So min­dert das lei­der die Brauch­barkeit des Buch­es. Es blät­tert sich auf­grund der gelun­genen Illus­tra­tio­nen schön durch, aber die Benutzung gestal­tet sich auf­grund der genan­nten Punk­te schwieriger als bei anderen Büch­ern.

* Affil­i­ate

Trockenmasse berechnen für die Eis-Bilanzierung bei Schokolade und anderen Zutaten

Damit Eis­creme die opti­male Kon­sis­tenz hat, muss das Ver­hält­nis von Zuck­er, Fett, Trock­en­masse und Wass­er aus­ge­wogen sein. Dafür benutzen Profis in der Regel Tabellen oder Pro­gramme zur Eis-Bilanzierung, von denen ich hier oder hier welche vorgestellt habe.

Wenn man jedoch eigene Zutat­en ver­wen­den will, welche vom Eis-Pro­gramm nicht berück­sichtigt wur­den, muss man diese selb­st in die Tabelle nach­tra­gen und dafür wis­sen, wie sich die Zutat­en zusam­menset­zen.

Die Menge an Fett und Zuck­er ist in der Regel auf der Nährw­ert­ta­belle indus­trieller Zutat­en ver­merkt, die Trock­en­masse in der Regel lei­der nicht. Vor ein­er Weile bekam ich die Email eines Lesers, in der es um die kor­rek­te Ermit­tlung der Trock­en­masse für die Berech­nung von Eis-Zutat­en ging:

Da ich im Kon­text der Rezept-Bilanzierung nur wenige Tabellen mit den Auf­schlüs­selun­gen der Inhaltsstoffe der jew­eili­gen Zutat­en finde, frage ich mich, welche Infor­ma­tio­nen man aus den Nährw­er­tangaben der Pro­duk­te ent­nehmen kann. Vor allem bei der Bes­tim­mung der Trock­en­masse fällt es mir schw­er. Kann man davon aus­ge­hen das die Summe aus Fett, Pro­teinen, Bal­last­stof­fen sowie Kohlen­hy­drate den prozen­tualen Anteil an Trock­en­masse ergibt? Und ist die Dif­ferenz zur Summe der Nährw­erte der jew­eilige Wasser­an­teil?“

Um der Antwort näher zu kom­men, schauen wir uns mal den Wikipedia-Ein­trag zur Trock­en­masse an:

In der Lebens- und Fut­ter­mit­te­l­an­a­lytik wird die Trock­en­masse meist gravimetrisch durch Trock­nen ein­er Probe im Trock­en­schrank bei knapp über 100 °C bes­timmt. Die Bedeu­tung der Trock­en­masse ergibt sich daraus, dass üblicher­weise alle anderen Gehalt­sangaben auf sie bezo­gen wer­den.“

Lei­der haben die wenig­sten von uns einen Trock­en­schrank zur Analyse zur Ver­fü­gung. Test­weise habe ich mal einige Pro­duk­te in Reich­weite gegrif­f­en und mir deren Nährw­ert­in­for­ma­tio­nen angeschaut.

Rit­ter Sport Halb­bit­ter: 33g Fett, 50g Kohlen­hy­drate, 6g Eiweiss, 0,01g Salz (pro 100g). Das ergibt 89,01g. Wenn das die Trock­en­masse wäre, würde die Schoko­lade 10,99g Wass­er enthal­ten.

Nährw­erte der Schoko­lade „Rit­ter Sport Halb­bit­ter“

Bei der Rit­ter Sport Edel­bit­ter wäre es noch drastis­ch­er: 49g Fett, 25g Kohlen­hy­drate, 8,7g Eiweiss, 0,01g Salz (pro 100g). Das ergibt 82,71g. Es fehlen 17,29g.

Nun wird diese harte Schoko­lade nicht aus 10–17% Wass­er beste­hen. Was lei­der auf vie­len Nährw­ertkennze­ich­nun­gen fehlt, ist der Gehalt der Bal­last­stoffe. Diese Angabe ist frei­willig und nur verpflich­t­end, wenn mit den Bal­last­stof­fen auf der Pack­ung gewor­ben wird, zum Beispiel bei „bal­last­stof­fre­ichen“ Müs­lis o.ä. Zwar zählen Bal­last­stoffe zu den Kohlen­hy­drat­en, wer­den laut der EU-Nährw­ertkennze­ich­nung nicht als solche aufge­fasst und fließen nur halb in die Bren­nwert­berech­nung (Kalo­rien) ein. In den USA ist das anders, auf den dor­ti­gen Angaben sind die Bal­last­stoffe in der Menge der Kohlen­hy­drate enthal­ten.

Nährw­erte der Schoko­lade „Migros Sélec­tion Flo­rentin“

Auch in der Schweiz, die ja nicht zur EU gehört, wer­den die Bal­last­stoffe sep­a­rat angegeben, so zum Beispiel auf der „Sélec­tion Florentin“-Schokolade von Migros, die pro 100g laut Nährw­ert­ta­belle 28g Fett, 52g Kohlen­hy­drate, 0,7g Bal­last­stoffe, 6,4g Eiweiss und 0,1g Salz enthält. Auch das wären nur 87,2g, ähn­lich wie bei den Rit­ter Sport Schoko­laden. Enthal­ten Schoko­laden wirk­lich mehr als 10% Wass­er?

Als ungenü­gen­den Ausweg behelfe ich mir aktuell damit, die neuen Zutat­en mit möglichst von der Kon­sis­tenz her ähn­lichen, schon in der Tabelle vorhan­de­nen zu ver­gle­ichen, um den Wasserge­halt zu schätzen. Alter­na­tiv kann natür­lich der Her­steller gefragt wer­den.

Ich habe eine Email an Rit­ter Sport geschickt, um zu fra­gen, was es mit den Nährw­erten der oben erwäh­n­ten Sorte „Edel Bit­ter“ auf sich hat und von der „Stel­lvertre­tenden Leitung Lebens­mit­tel­recht und Ver­brauch­erser­vice“ fol­gende Antwort erhal­ten:

Sehr geehrter Herr Kneschke,

vie­len Dank für Ihre Zuschrift und Ihr Inter­esse an unseren Pro­duk­ten. Gerne geben wir Ihnen Auskun­ft über die Zusam­menset­zung der Nährw­erte unser­er Rit­ter Sport Edel-Bit­ter.

Die Haupt­nährstoffe Fett (49g), Kohlen­hy­drate (25g), Eiweiß (8,7g) ergeben in Summe 82,7%. Neben den zuvor genan­nten Nährw­erten gibt es noch weit­ere Bestandteile, die nicht auf der Ver­pack­ung des Pro­duk­tes angegeben wer­den müssen.

Der Großteil der verbleiben­den Prozente ent­fall­en auf Bal­last­stoffe, bein­hal­tet jedoch auch organ­is­che Säuren und Min­er­al­stoffe. Zudem unter­liegen Natur­pro­duk­te natür­lichen Schwankun­gen in der Zusam­menset­zung und es ergeben sich fern­er gewisse Dif­feren­zen bei der Ermit­tlung und Run­dung der Nährw­erte.

Schoko­lade ist ein Pro­dukt mit langer Halt­barkeit, die auf den niedri­gen Rest­wasserge­halt zurück­zuführen ist. Sie kön­nen für Ihre Kalku­la­tion im All­ge­meinen mit ein­er Trock­en­masse von mind. 98% bei Schoko­lade aus­ge­hen.

Wir hof­fen, dass Ihnen die Infor­ma­tio­nen weit­er­helfen und wün­schen Ihnen viel Erfolg und Freude bei der Eiszu­bere­itung.

Mit fre­undlichen Grüßen / Kind regards
[…] Stv.Ltg.Lebensm.recht u. Verbr.service“

Die zu 100% fehlen­den Angaben bei Schoko­lade scheinen dem­nach aus „organ­is­chen Säuren und Min­er­al­stof­fen“ zu beste­hen. Als Trock­en­masse kön­nen wir zumin­d­est bei Schoko­lade laut Rit­ter Sport von 98–99% aus­ge­hen.

Wie macht ihr das bei der Berech­nung der Trock­en­masse?

Rezension: „Die Eis-Bibel“ von Yüksel Saier und Engert Eis

Weil sich das Buch etwas großspurig die „Die Eis-Bibel“* nen­nt und ich zusam­men mit der Autorin Yük­sel Saier von der Fir­ma „Engert Eis“ neulich zusam­men in ein­er Radio-Gespräch­srunde saß, möchte ich es mir nicht nehmen lassen, das Rezept­buch genauer unter die Lupe zu nehmen.

Im Ver­gle­ich zu vie­len anderen Eis­büch­ern ist es etwas größer und gehört zu den dick­eren Exem­plaren auch wegen des Hard­cov­ers, was es lei­der auch mit knapp 40 Euro etwas teur­er macht.

Auf knapp 320 Seit­en gibt es ins­ge­samt 109 Eis­rezepte und 12 Rezepte für Top­pings, dazu kom­men einige kurze Rezepte, um Zutat­en wie Amare­nakirschen oder Nuss­mus selb­st zu machen. Abgerun­det wird das Buch von ca. 16 Text­seit­en zur Warenkunde, Eis­geschichte und Eish­er­stel­lung, die sich aber auf sehr grundle­gende Infor­ma­tio­nen beschränken. Am Ende gibt es ein über­sichtlich­es Reg­is­ter sowohl nach Eis­arten als auch nach Zutat­en.

Die Eis­rezepte gliedern sich auf in:

  • 26x Milch-Sahne-Eis ohne Ei
  • 8x Dun­kles Schoko­ladeneis ohne Ei
  • 4x Weißes Schoko­ladeneis ohne Ei
  • 8x Joghurteis ohne Ei
  • 4x Frucht-Milch-Eis ohne Ei
  • 8x veg­anes Eis
  • 7 Milch-Sahne-Eis mit Ei
  • 6x Par­fait
  • 19x Sor­bets
  • 7x Gran­i­tas
  • 11x Frozen Desserts
  • 12x Top­pings

Bis auf die Frozen Desserts und die Top­pings funk­tion­ieren die Rezepte so, dass ein Grun­drezept vorgestellt wird, zum Beispiel Joghurteis oder Milch-Sahne-Eis und das dann in den fol­gen­den Rezepten abge­wan­delt wird, zum Beispiel zu einem „Joghurteis mit Honig und Wal­nüssen“ oder das Milch-Sahne-Eis zu Koko­seis, Zimteis usw.

Diese Herange­hensweise finde ich ganz sym­pa­tisch, weil der aufmerk­same Leser schnell merkt, nach welchem Schema die Vari­anten der Grun­drezepte funk­tion­ieren und sich dadurch eher an eigene Ver­sio­nen traut.

Die Rezepte ergeben Füll­men­gen von ca. 900‑1000 ml und kom­men erfreulicher­weise mit weni­gen Zutat­en aus, als Bindemit­tel wird haupt­säch­lich auf Johan­nis­brotk­ern­mehl* geset­zt bzw. im Kapi­tel „mit Ei“ logis­cher­weise auf Eigelb. Abge­se­hen von Glukosepul­ver* und dem Sojadrink* bei den veg­a­nen Rezepten sind die anderen Zutat­en alle haushalt­süblich und somit leicht nachzukochen.

Bish­er habe ich drei Rezepte aus dem Buch (Erd­nus­seis, Vanilleeis mit Ei und Kaf­feeeis) nachgemacht und bin mit dem Ergeb­nis sehr zufrieden, auch wenn die Bilanzierung im Detail etwas von den emp­fohle­nen Richtwerten abwe­icht.

Fast jedes Rezept ist auf ein­er Dop­pel­seite abge­bildet, wovon die eine Seite sehr über­sichtlich die Zutat­en, Menge und die Arbeitss­chritte auflis­tet und die andere Seite ein for­mat­fül­len­des Eis­fo­to des Fotografen Chris­t­ian Rein­hardt zeigt, welch­es klas­sisch, aber passend fotografiert ist:

Dop­pel­seite 86/87 mit dem Rezept für „Salty Caramel-Eis“
(© Chris­t­ian Ver­lag / Chris­t­ian Rein­hardt Ver­lag)

Die enthal­te­nen Rezepte sind eher Klas­sik­er, eignen sich damit aber gut für Ein­steiger. Exper­i­mente wie im Buch „The Ice­creamists“ oder „Das beste Eis der Welt“ haben hier keinen Platz. Um dem Namen „Eis-Bibel“ gerecht zu wer­den, hätte ich mir einen deut­lich fundiert­eren The­o­ri­eteil gewün­scht, wie er im lei­der sehr teuren Buch „Eis­man­u­fak­tur“* zu find­en ist. Wer jedoch noch kein Eis­buch hat, wird als Anfänger mit der „Eis-Bibel“ einen entspan­nten Ein­stieg in die eigene Eish­er­stel­lung find­en.

* Affil­i­ate-Link

Die Gewinner der Verlosung der 3 Hobby-Accounts von EisApp24.de stehen fest

Ich hat­te kür­zlich hier die Eis-Bilanzierungsweb­seite eisapp24.de rezen­siert und dabei drei Hob­by-Accounts für ein Jahr im Wert von je 29,95 Euro ver­lost.

Von den 26 Kom­mentaren waren 23 gültige Ein­sendun­gen dabei. Aus diesen habe ich mit­tels random.org drei zufäl­lige Gewin­ner gezo­gen.

Die Gewin­ner sind:

  • Con­ny
  • Fritz Burkhardt
  • Hel­ga

Her­zlichen Glück­wun­sch, ihr soll­tet in den näch­sten Tagen eine Email vom Betreiber der eisapp24.de erhal­ten mit euren per­sön­lichen Zugangs­dat­en.

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