Rezept: Kirschsirup selber machen

Selber hergestellte Sirups schmecken lecker und eignen sich gut für die Eis-Herstellung. Anstatt von normalem Zucker kann auch mit einem Sirup gesüsst werden.

Wenn man gefrorene Früchte in einem Mixer zu Eis zubereitet, wie hier beschreiben, eignen sich Sirups nicht nur zum Süßen, sondern auch um eine besondere Note zu geben.

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Kirschen-Sirup selber machen

Zutaten:

  • 1 kg Kirschen entsteint frisch oder gefroren
  • 1 kg Kristallzucker
  • 1/2 l Wasser
  • 20 g Zitronensäure

Zubereitung:

  1. Die Kirschen mit dem Zucker vermischen und in einer Schüssel mit Deckel* verschliessen oder mit Klarsichtfolie zudecken.
  2. Über Nacht oder 8-10 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.
  3. Nach dieser Zeit die Kirschenmischung in eine Pfanne geben.
  4. Wasser und Zitronensäure beigeben und aufkochen.
  5. Etwa 4 Minuten sprudelnd kochen lassen.
  6. Platte ausschalten und etwa 10 Minuten ziehen lassen.
  7. Mit einem Stabmixer mixen.
  8. Durch ein Sieb in eine Schüssel treiben.
  9. Die Flüssigkeit zurück in die Pfanne gießen und unter Rühren aufkochen.
  10. Mit einem Löffel den Schaum entfernen.
  11. Durch ein Passiertuch*gießen.
  12. Den heißen Sirup in saubere und vorgewärmte Glasflaschen gießen und luftdicht verschließen.
  13. Der Sirup ist an einem dunklen und kühlen Ort ca. sechs Monate bis zu einem Jahr haltbar.

Tipps:

  • Der Kirschsirup eignet sich auch hervorragend zu einer Kugel selbstgemachtem Vanilleeis.

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Eis-Rezept: Zitroneneis selbst machen

Vor paar Wochen erhielt ich eine Mail unseres Lesers René:

„Hallo Robert,
mein Vater kommt diese Woche zu Besuch und der mag so gerne Zitroneneis.
Hatte in deinem Blog schon gesucht, aber leider kein Rezept für ein Zitroneneis gefunden.
Hast du vielleicht ein Rezept oder weißt du, wo ich mal gucken könnte?
Die ich bis jetzt gefunden habe waren auf Buttermilchbasis. Und die anderen haben sich nicht wirklich gut angehört.
Mit freundlichen Gruß, René“

Da ich selbst nicht so der Zitronenfan bin, habe ich ebenfalls erst mal im Internet geschaut und Tatsache: Fast alle Rezepte waren entweder auf Buttermilch-Basis oder als Sorbet konzipiert. Der Rest war meist von der Zusammensetzung nicht so geeignet, um die perfekte Cremigkeit zu erzeugen.

zitroneneis_16A9191_retuschAlso habe ich meine Excel-Tabelle bemüht und für René ein ganz klassisches und ebenso leckeres Zitroneneis berechnet, ganz ohne Schnickschnack. Für den Besuch des Vaters wohl etwas zu spät, aber ich hoffe, dass er spätestens jetzt wieder einen Grund hat, noch mal bei René vorbeizuschauen.

Rezept für Zitroneneis

Eisvariante: Sahneeis
Schwierigkeitsgrad: Mittel

Zutaten:

  • 250 g Vollmilch
  • 200 g Sahne (30% Fett)
  • 150 g Zucker
  • 100 ml Zitronensaft (ca. 2 große Zitronen)
  • 60 g Eigelb (ca. 3 Eier Größe L)
  • 1 Prise Salz

Zubereitung:

  1. Die Zitronen auspressen und durch ein Sieb gießen, bis 100 ml purer Zitronensaft zusammen sind.
  2. Die Eigelbe zusammen mit dem Zucker und dem Salz verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
  3. Die Milch mit der Sahne im Topf auf ca. 40°C erhitzen und nach und nach zur Ei-Zucker-Mischung rühren.
  4. Die Eismasse wieder auf den Herd stellen und unter Rühren auf ca. 80°C erhitzen, bis die Masse zu simmern beginnt. Sie darf nicht kochen, weil sonst das Eigelb gerinnt.
  5. Die Masse vom Herd nehmen, etwas abkühlen lassen, den Zitronensaft einrühren und weiter bis auf Kühlschranktemperatur abkühlen lassen.
  6. Danach die Eismasse in die Eismaschine geben oder nach dieser Anleitung ohne Eismaschine zubereiten.

Tipps und Tricks:

  • Wie immer empfehlen wir Bio-Zitronen.
  • Wer will, kann das Eis auch mit einigen Zitronenzesten verfeinern (ins Eis rühren) oder beim Servieren damit dekorieren.

Eis-Rezept: Frozen-Yogurt mit Aprikosen am Stiel selber machen

Nun gibt es wieder Obst in Hülle und Fülle. Das ist das Schöne im Sommer. Frische und reife Früchte pflücken oder kaufen und zu einem leckeren Eis zubereiten.

Da meine Kinder Eis am Stiel über alles lieben, habe ich gleich ein Frozen Yogurt mit Aprikosen am Stiel für sie gemacht. Es kommt oft vor, dass auch andere Kinder ein solchen Eis essen wollen.

An dieser Stelle erwähne ich immer wieder, dass ich Joghurt in Bio-Qualität empfehle. Konventioneller Joghurt ist oft säuerlich und schmeckt nicht so gut.

Frozen Yogurt. Mal am Stiel. Sozusagen als Take away. (Foto: eis-machen.de / Erich Eggimann)

Frozen Yogurt. Mal am Stiel, sozusagen als Take-Away. (Foto: eis-machen.de / Erich Eggimann)

 

Frozen-Yogurt mit Aprikosen am Stiel selber machen

Zutaten:

  • 500 g Naturjoghurt (Bio)
  • 100 g Honig
  • Saft einer halben Limette
  • 300 g Aprikosen frisch oder gefroren

Zubereitung:

  1. Den Bio-Naturjoghurt in eine Schüssel geben.
  2. Wenn ein flüssiger Honig verwendet wird, diesen zum Joghurt geben. Wenn es ein fester Honig ist, mit 1 – 2 Esslöffel Wasser in einer Pfanne langsam erhitzen, bis er flüssig wird und dann zum Joghurt geben.
  3. Limettensaft dazugeben.
  4. Die Aprikosen waschen und halbieren. Von den Steinen befreien und grob in Würfel schneiden. Wenn gefrorene Früchte verwendet werden, etwas antauen lassen und würfeln.
  5. Die Würfel zu der Joghurt-Masse geben.
  6. Alles gut vermischen und mit dem Mixer gut durch mixen.
  7. In die Eis am Stiel-Förmchen geben und den Stiel darauf stecken.
  8. Etwa 4 Stunden gefrieren lassen.

Rezension: „Superfood-Eis“ von Kerstin Pooth und Astrid Saß

Das ist die bisher schwerste Buchrezension für ein Eisrezept-Buch, die ich je verfassen musste. Das liegt zum einen daran, dass es unser Credo ist, aus jedem vorgestellten Buch mindestens ein Rezept auszuprobieren, damit wir wirklich sehen können, ob die Rezepte schlüssig sind und wie das fertige Eis letztendlich schmeckt.

Hier fing das Problem schon an: Ich habe mich für den Klassiker „Vanilleeis“ entschieden, im Buch kombiniert mit Kakaobutter und Kakaonibs (Seite 36). Von den sieben erforderlichen Zutaten hatte ich drei im Haus, die restlichen vier (Cashewmus, Kakaobutter, Guarkernmehl sowie Kakaonibs) schlugen sich mit knapp 40 Euro an der Kasse nieder. Da musste ich schon schlucken. Das fertige Eis schmeckte dann auch so, wie veganes Eis oft schmeckt, wenn es Sahneeis imitieren will: Wässrig und fade (und das, obwohl ich statt der halben Vanilleschote schon eine ganze verwendet habe).

Superfood-Eis (Cover)Aber mal einen Schritt zurück: Was unterscheidet das Buch „Superfood-Eis„* von Kerstin Pooth und Astrid Sass von anderen Eis-Büchern? Das Superfood!

Als Superfood werden laut dem Buch „pflanzliche Lebensmittel bezeichnet, die einen überdurchschnittlich hohen Nährstoffgehalt aufweisen„. So weit, so einfach. In der Liste der Superfoods finden sich exotische Trend-Namen wie die Acai-Beere, Camu-Camu, Chiasamen, Gojibeeren, Lucuma oder Maca. Erstaunt hat mich aber, dass auch eine lange Liste von Früchten und anderen durchaus üblichen Eiszutaten wie Ananas, Apfel, Bananen, Blaubeeren, Cashews, Erdbeeren, Himbeeren, Kakao, Kokosnuss, Mandeln, Mango, Orangen, Pistazien, Vanille, Zimt und Zitronen als Superfood gehandelt werden. Da hätte ich auch gleich jedes meiner Frucht- oder Nusseis-Sorten als „Superfood-Eis“ bewerben können.

Um es uns nicht zu einfach zu machen, wollen die beiden Autorinnen jedoch auf Milchprodukte und Eier (wegen Unverträglichkeit von Kerstin Pooth) sowie auf Industriezucker (ohne Begründung, ist vermutlich einfach uncool) verzichten. Das führt dazu, dass alle 44 Rezepte im Buch vegan sind. Interessanterweise wird das an keiner Stelle im Buch erwähnt, was mir sogar ganz symphatisch ist.

Was mir jedoch beim Lesen so richtig auf die Nerven ging – und damit sind wir beim zweiten Punkt, welcher mir die Rezension so erschwert – ist die Erhöhung Der vorgestellten Eiscreme-Rezepte, als wären sie Medizin und kein Genussmittel. Allein die Aufteilung der fünf Kapitel spricht Bände: „Happiness„, „Energizing„, „Immun-Boost„, „Detox“ und „Anti-Aging„.

Gegen Happiness sage ich nichts, denn kaum jemand mag widersprechen, dass Eis Glücksgefühle verursachen kann. Aber Stärkung der Abwehrkräfte, entgiften und entschlacken sowie eine Frischzellenkur, nur durch das Eis essen? Das könnte ich mit einem Augenzwinkern vielleicht akzeptieren, aber die Autorinnen meinen das wirklich ernst.

Das „Casheweis mit Maca“ soll für „Sex-Appeal“ sorgen, weil die enthaltenen Tonkabohnen „hypnotisch-erotisierend“ und das Maca „aphrodisierend„. Das „Apfeleis“ sorgt für „Zellschutz und stärkt das Immunsystem„. Das „Chia-Pflaumen-Sorbet“ soll wegen ein paar Gramm Chia-Samen den „Muskelaufbau unterstützen“ und den Proteinshake nach dem Fitnesstraining ersetzen. Das „Aprikoseneis mit Maulbeeren“ soll „verdauungsfördernd“ sein und „vor Viren und Bakterien schützen„. Das „Avocado-Eis mit Limette“ soll „gegen Stress helfen und Magen und Darm unterstützen„. „Kokoseis mit Kurkuma“ soll entgiftend wirken sowie den Zellschutz fördern. Ein „Acaisorbet“ soll angeblich die „Alterungsprozesse verlangsamen“ und „so die Haut länger jugendlich erhalten„. Selbst ein simples Erdbeereis wird als Schlankmacher verkauft, weil, nun ja, Erdbeeren wenig Kalorien und einen hohen Wasseranteil haben. Die Kalorien der Banane und vom Reisdrink und den Zucker vom Datteldicksaft, welche ebenfalls im Rezept enthalten sind, können anscheinend ignoriert werden.

Stellenweise konnte ich nicht anders als das Buch als Parodie auf den Gesundheitswahn zu lesen. Deshalb hier einige klarstellende Worte: Nur weil in einem Eis Agavendicksaft, Honig, Datteldicksaft oder Birkensüße statt Raffineriezucker enthalten sind, wird es der Körper immer noch als „zuckerhaltige Kohlenhydrate“ verarbeiten. Eis macht nicht dünn, jünger oder verbrennt Fett! Eiscreme ist ein Genussmittel, keine Medizin!

Wer abnehmen will, sollte Sport treiben und auf eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung achten, statt Eiscreme als Wundermittel anzusehen. Eis ist kein Jugendbrunnen. Jeder wird älter, da ändern ein paar Acaibeeren nichts dran.

Das Buch ist eine einzige Augenwischerei.
Betrachten wir es nüchtern: Ich bestreite nicht, dass Obst in der Regel viele Vitamine und andere gesunde Stoffe enthält. Auch die ganzen Nüsse, Samen, Kräuter und Gwürze mögen nützliche Kräfte haben. Aber in der Menge, in der sie in den Eis-Rezepten verwendet werden, sind sie weniger als ein Tropfen auf den heißen Stein. Und Kalorien, Kohlenhydrate, Fett und Zucker enthalten die Rezepte in der Regel trotzdem. Das wird dann in dem Buch wie beim „Walnusseis“ mit einem Satz weggewischt: „Über Kalorien wollen wir in einem Buch über Eis eigentlich nicht sprechen. Deswegen fangen wir auch bei Walnüssen nicht damit an„.

Soviel zur Theorie.
Wer die Rezepte in der Praxis nachmachen will, muss – siehe oben – richtig tief in die Tasche greifen, weil die ausgefallenen Zutaten viel Geld kosten. Selbst wenn ich ein Sorbet hätte probieren wollen, was traditionell weniger Zutaten benötigt, hätte ich so exotische Grundstoffe wie Camu-Camu-Pulver, Birkensüße oder Baobabpulver oder Stevia-Zucker parat haben müssen.

Auffälligerweise scheint das die jubelnden Fünf-Sterne-Rezensionen bei Amazon keineswegs zu stören. Da wird von den „einfachen, wenigen Zutaten“ und vom „Schlemmen ohne Sünde, ganz im Gegenteil – Schlemmen mit Genuss und deutlichem Wohlfühlfaktor.geschwärmt. Das klingt wie direkt aus einer PR-Fabrik.

Wer cremiges, traditionelles Eis liebt, sollte die Finger vom Buch lassen. Höchstens für Veganer, welche auf der Suche nach einigen exotischen Rezepten sind, mag das Buch eine Option darstellen. Alle anderen sollten lieber einige Runden mehr Joggen gehen und sich eine richtige Kugel Eis gönnen.

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Rezept: Limoncello selber machen

Diese Woche gibt es wieder einmal etwas Alkoholisches. Die Rede ist vom Limoncello. Dieser süss-saure Likör passt hervorragend zu diesen warmen Tagen.

Limoncello erfreut sich großer Beliebtheit. Die meisten kennen diesen Likör aus ihren Italien-Ferien, wo er eisgekühlt serviert wird.

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Bei Wikipedia kann man Folgendes erfahren: „Limoncello ist ein Zitronenlikör, der im Golf von Neapel und entlang der Amalfiküste sowie in Sizilien hergestellt wird. Zur Herstellung werden die Aromen in der Form von ätherischen Ölen aus der Zitronenschale mit Alkohol extrahiert und der aromatisierte Alkohol mit einer Wasser-Zucker-Lösung verdünnt.“

Was mich aber am Limoncello fasziniert, ist die satte gelbe Farbe, die er von der Schale der Zitrone annimmt. Die Farbe ist Natur pur. Keine Lebensmittelfarbe oder sonstige Chemie wird dafür benötigt, wobei ich nicht weiß, ob dies beim industriellen Limoncello auch zutrifft.

Bitte verwendet ausschliesslich Bio-Zitronen, da die Schale verwendet wird. Diese ist bei handelsüblichen Zitronen chemisch behandelt. Einen ausführlichen Artikel dazu findet ihr hier hier

Den fertigen Likör kann man problemlos ein Jahr im Keller lagern. Zum Trinken stellt man eine Flasche ins Tiefkühlfach, damit er eiskalt genossen werden kann.

Zutaten:

  • 1 Liter hochprozentigen Alkohol (95%)
  • 6-8 Bio-Zitronen
  • 700 g Kristallzucker
  • 2 Liter Wasser

Zubereitung:

  1. Die Zitronen unter heißem Wasser waschen und trocknen.
  2. Da nur die Schale benötigt wird, schält man die Zitrone mit einem scharfen Messer oder mit einem Sparschäler* ab. Man muss aufpassen, dass der weiße Teil unter der gelben Schale nicht verwendet wird, sonst wird der Limoncello bitter.
  3. Die Schalen zum Alkohol in die Flasche geben, verschliessen und kräftig schütteln.
  4. Mindestens 20 Tage an einem dunklen und kühlen Ort lagern. Am besten eignet sich der Keller. Alle 5-6 Tagen kräftig schütteln.
  5. Nach 20 Tagen den Zucker und das Wasser in einer Pfanne aufkochen und 3-4 Minuten kochen lassen.
  6. Abkühlen lassen.
  7. In der Zwischenzeit den Alkohol durch ein feines Sieb filtern, sodass die Schalen rausgefiltert werden.
  8. Den Alkohol mit dem kalten Zuckerwasser mischen und in sterilisierte Flaschen gießen.

Tipps:

  • Der Limoncello wird auch als Zutat für Torten, Eiscreme und andere Süßspeisen verwendet.
  • Eisgekühlt, am besten aus dem Tiefkühlfach, servieren.
  • Die Gläser im Tiefkühlfach vorkühlen.
  • Dieser Limoncello eignet sich sehr gut zum Verschenken.

Rezension: „Lomelinos Eis“ von Linda Lomelino

Einige kennen die Schwedin Linda Lomelina vermutlich durch ihren Back-Blog „Call Me Cupcake„. Oder durch die beiden dazugehören Backbücher.

Als drittes Buch ist jedoch das Buch „Lomelinos Eis„* mit Eisrezepten erschienen, letztes Jahr auch in deutscher Sprache im AT Verlag (ISBN 978-3038007937).

Auf 122 Seiten stellt sie 80 Rezepte vor. Nach einer Doppelseite mit einer kurzen Einführung folgen die verschiedenen Rezeptarten. Es gibt 45 Rezepte für Sahneeis, 1o Rezepte für Sorbets und Sherbets, 3 Eis am Stiel, 8 Eistorten und Eisdesserts, 4 geeiste Getränke sowie 10 Rezepte für Garnituren und Saucen.linda-lomelino-lomelinos-eis-cover

Die meisten Rezepte nehmen ungefähr eine halbe Seite ein und kommen schnell auf den Punkt. Die persönlichen Anmerkungen der Autorin enthalten Tipps oder nützliche Hinweise, eher versteckt auf der Einführungsseite steht jedoch, dass alle Rezepte von Sahne mit einem hohen Fettgehalt (36-40%) ausgehen. Das bedeutet, dass wir in Deutschland entweder etwas Milch durch Sahne (mit 30% Fettgehalt) ersetzen sollten oder zu Créme Double greifen sollten.

Von den Klassikern wie Vanilleeis oder Schokoladeneis gibt es jeweils eine Express-Variante (ohne Erhitzen) sowie eine aufwändigere „Deluxe“-Variante und noch einige sehr brauchbare Varianten.Etwas exotischer sind das Lakrizeis, Polkagris-Eis (mit diesen rot-weiß gestreiften Pfefferminzbonbons) oder das Himbeer-Cheesecake-Eis. Als Bindemittel werden beim Sahneeis meist zwei bis drei Eigelbe verwendet, manchmal (Express-Variante) aber auch darauf verzichtet. Die meisten Zutaten sind leicht im Handel erhältlich, am exotischsten ist noch „Farinzucker“, für den jedoch auch dunkler Rohrohrzucker verwendet werden kann. Bei den meisten Sorbets und Sherbets wird etwas Alkohol verwendet.

Getestet habe ich das „Daim-Eis“ (Seite 17), eine Variante vom Vanilleeis. Die Arbeitsschritte empfinde ich im Gegensatz zur „klassischen“ Variante etwas umständlich, weil erst die gezuckerte Milch gekocht wird, dann nach dem Abkühlen und erneuten Erhitzen zu den Eigelben gerührt wird, dann folgt das Simmern und zum Schluss wird die Sahne hinzugegeben. Kann man so machen, erfordert in der Praxis aber mehr Handgriffe als nötig. Die meisten Rezepte ergeben ca. 0,5 bis 0,7 Liter Eiscreme und passen damit ideal in handelsübliche Eismaschinen.

Eine Besonderheit im Vergleich zu anderen Eis-Büchern ist hier, dass die Autorin – wie in ihrem Blog – alle Fotos selbst gemacht hat. Deshalb sind im Buch des öfteren auch mal Doppelseiten nur mit Fotos eingestreut, die einem allesamt den Mund wässrig machen. Die tropfenden Eiskugeln zeigen, dass hier wirklich das echte Eis fotografiert wurde und nicht zu Frischkäse-Attrappen oder ähnlichen Tricks gegriffen wurde. Ähnlich wie manche ihrer Fotos wirkt das Layout leider etwas unübersichtlich, weil die Rezepte mal von links nach rechts wandern und die Teil-Überschriften für einige Rezepte recht klein geraten sind, was das Suchen etwas schwieriger macht.

Insgesamt ist das Buch gut für Einsteiger geeignet, der Schwerpunkt liegt eindeutig auf Sahneeis und wird vor allem Fotografie-Liebhaber ansprechen.

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Eis-Rezept: Aprikosen-Wasser-Eis am Stiel selber machen ohne raffinierten Zucker

Bis jetzt hat der Sommer ziemlich verregnet angefangen. Aber letztes Jahr war es anfangs auch so und dann wurde es ein wunderschöner, heißer Sommer. Lassen wir uns überraschen.

Die einheimischen Aprikosen lassen noch etwas auf sich warten. Trotzdem werden sie schon fleißig importiert angeboten. Dieses selbstgemachte Aprikosen-Eis am Stiel ohne raffinierten Zucker lässt sich auch mit tiefgekühlten Aprikosen zubereiten.

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Wenn Eltern Eis für ihre Sprösslinge selber machen, soll es oft nicht so überzuckert sein wie die gekauften Pendants.

Wenn man reife, süße Aprikosen bekommt, muss man nur noch wenig zusätzlich süßen. Reife Aprikosen sind schon süß, aber sie besitzen eine eigene Säure. Zudem sind nie alle Früchte gleich süß. Hier kommt etwas Honig hinzu, denn Honig verleiht einen hervorragenden unverwechselbaren Geschmack, der wunderbar mit den Aprikosen harmoniert und lässt das Eis nicht steinhart werden.

Aprikosen-Wasser-Eis am Stiel selber machen ohne raffinierten Zucker

Schwierigkeitsgrad: leicht
Eis-Variante: Wassereis

Zutaten:

  • 400 g reife Aprikosen (oder tiefgekühlte)
  • Honig nach Belieben (kommt auf die Süße der Früchte an)
  • 2 dl Wasser
  • ein Zweig Minze

Zubereitung:

  1. Die Aprikosen waschen, halbieren und von den Steinen befreien, nochmals halbieren.
  2. Die Minze waschen, von den Stielen befreien und fein hacken.
  3. Alle Zutaten zusammen mit dem Wasser und etwa 2 Esslöffel Honig in eine Pfanne geben.
  4. Langsam erhitzen und etwa 5 Minuten leise köcheln lassen, bis die Aprikosen weich sind und auseinander fallen.
  5. Wenn das Wasser verdampft, noch etwas dazu geben. Es soll eine dickflüssige Masse werden.
  6. Mit dem Mixer pürieren.
  7. Durch ein Sieb treiben.
  8. Probieren. Wenn nötig, noch etwas Honig dazu geben. Wenn es zu süß ist, etwas Wasser dazu geben.
  9. Abkühlen lassen. Am schnellsten geht es in einem kalten Wasserbad.
  10. In Förmchen abfüllen, den Stiel nicht vergessen und etwa 4-6 Stunden tiefkühlen.

Tipp:

  • In warmem Zustand wirkt die Masse viel süßer als in tiefgekühltem Zustand! Darum darf das Eis schon etwas süß sein.

Eis-Rezept: Holunderblüteneis selbst machen

Der Mai und der Juni sind die Monate der Holunderblüte! Überall sind die weißen Blüten des Schwarzen Holunder – manchmal auch Flieder genannt – am Wegesrand zu sehen. Die ideale Zeit also, um die wohlriechenden Blüten in ein wirklich sehr leckeres Eis zu verwandeln. Vor allem eins, was so gut wie nie in Eisdielen zu finden sein wird.holunderblueteneis_16A8642_retusch

Schon letztes Jahr wollte ich mich an ein Holunderblüteneis wagen, habe es aber zeitlich nicht geschafft. Aber dieses Jahr lief ich praktisch an jeder Ecke mehrmals an Holundersträuchern vorbei, es gab also keinen Ausweg.

Eis-Rezept für Holunderblüteneis

Eis-Variante: Sahneeis
Schwierigkeitsgrad: Mittel

Zutaten:

  • 400 ml Vollmilch
  • 300 ml Sahne
  • 150 g Zucker
  • 100 g frische Holunderblüten
  • 2 EL Glukosesirup (ca. 30 g)
  • 3 TL Speisestärke (ca. 13 g)
  • 50 g Frischkäse
  • 1 Prise Salz

Zubereitung:

  1. Die Speisestärke in einem kleinen Becher mit zwei Esslöffeln der Milch verrühren.
  2. Die restliche Milch zusammen mit der Sahne, dem Zucker, dem Glukosesirup und dem Salz in einen großen Topf geben, verrühren und etwas erhitzen, bis sich der Zucker und der Glukosesirup etwas gelöst haben.
  3. Dann die frischen Holunderblüten in die Milch geben und alles zusammen ca. fünf Minuten kochen lassen.
  4. Die Eismasse durch ein Sieb gießen, um die Holunderblüten rauszufiltern.
  5. Die Speisestärke in die Milch rühren, wieder auf den Herd stellen und noch mal ca. eine Minute unter Rühren aufkochen lassen, bis die Masse etwas dicklicher wird.
  6. Vom Herd nehmen und die Eismasse zum Frischkäse geben. Rühren, bis sich der Frischkäse aufgelöst hat.
  7. Die Eismasse auf Kühlschranktemperatur abkühlen lassen und dann in die Eismaschine geben. Wer keine Eismaschine hat, kann es nach dieser Anleitung machen.

Tipps und Tricks:

  • Wer keinen Holunder im Garten hat, kann einfach frische Holunderblüten vom Wegesrand pflücken. Bei uns habe ich welche genommen, die wild am Rhein wachsen. Die Sträucher nahe an Straßen habe ich wegen eventueller Schadstoffbelastungen gemieden.
  • Da die Holunderblüten essbar sind, können einige weitere frische Holunderblüten als essbare Dekoration für das fertige Eis verwendet werden.
  • Wer will, kann auch einige frische Holunderblüten (dann jedoch ohne die Stängel) kurz vor Ende des Gefriervorgangs ins Eis mischen.
  • Das Basis-Rezept fusst auf dem Vanilleeis-Rezept aus diesem Buch, wer sein Eis lieber mit Eigelb bindet, kann aus diesem Rezept die Vanille durch die Holunderblüten ersetzen.

Zu was verarbeitet ihr eure Holunderblüten?

Eiscreme aus Olivenöl? Der neue Trend in Eisdielen

Immer wieder werden Erich und ich um Rat gefragt, wenn es um das Thema „Eiscreme“ geht.

Manchmal bin ich jedoch selbst etwas ratlos. So stehe ich zum Beispiel verwundert vor dem Trend, Eis aus Olivenöl zu machen.

War es noch vor wenigen Jahren verpönt, „billiges Pflanzenfett“ ins Eis zu kippen und dadurch die hochwertige Sahne zu ersetzen, werben mittlerweile einige Eisdielen sogar damit, dass ihr Eis Olivenöl statt Sahne enthält.

So gesehen zum Beispiel in der Eisdiele „Eis Center Gelati“ in der Schellingstr. 48 in München:Olivenoel-eis-muenchen-2438oder in Berlin im Eissalon „Erste Sahne“ in der Kienitzer Straße 116, die jedoch auch gleich den großen Vorteil vom Olivenöl herausstreichen:Olivenoel-Eis-NeukoellnDas Eis ist vegan (und laktosefrei), meist enthält es auch etwas weniger Kalorien und Fett als normale Eiscreme.

Ich halte es jedoch eher mit dem Zitat aus dem Buch „Der Liebesschuft: Berlin Love Storys„* von Juli Bennet, in dem die Protagonistin sagt:

„Eis aus Olivenöl? Da kann man ja gleich eine grüne Gurke in den Kühlschrank legen und sie hinterher lutschen.“

Wer sich jedoch selbst an Eis mit Olivenöl probieren will, kann dieses Rezept von Erich probieren.

Was haltet ihr von Eis auf Olivenöl-Basis?

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Rezension: „Italienische Kochschule: Eiscreme“

Erst vor einigen Tagen erschien im Phaidon Verlag das Buch „Eiscreme“* aus der Serie „Italienische Kochschule“. Da italienisches Gelato für viele Eisfans immer noch das Synonym für leckeres Eis ist, lag es nahe, einen genauen Blick in das Buch für unseren Eisblog zu werfen. Taugt das Buch was?
italienische_kochschule-eiscreme-coverAuf 176 Seiten finden sich insgesamt 76 Rezepte, meist schön übersichtlich auf einer Doppelseite, davon eine Seite Text inklusive Zubereitungszeit, Zutaten, Kalorienangaben und den Arbeitsschritten. Die andere Seite ist je einem formatfüllenden Foto gewidmet. Die Rezepte gliedern sich auf: 25 Sorten Eiscreme, 9 Sorten Sorbet, 19 Sorten gefrorene Desserts wie Semifreddo, Granitas oder Eistorte sowie 23 Sorten gekühlte Desserts, die streng genommen gar kein Eis sind, also Tiramisu, Panna Cotta, Cannoli, Cassata oder Zuppa Inglese.

Letzteres empfinde ich zwar etwas als „Etikettenschwindel“, wenn auf dem Titel nur von „Eiscreme“ die Rede ist, aber wer ein Faible für italienische Desserts hat, kann dieser Sammlung italienischer Rezeptklassiker sicher etwas abgewinnen.

Bis auf das Parmesaneis (Seite 62) sowie das Jasmineis (Seite 65) sind die meisten Sorten sehr bodenständige Klassiker. Die Zutaten sind oft bewusst minimalistisch gehalten. Das Karamelleis beispielsweise besteht nur aus drei Zutaten (Crème Double, Zucker, Eigelb), das Zabaioneeis aus vier Zutaten (Eigelb, Zucker, Marsala und Sahne) und so weiter.

Gebunden wird das Eis meist ebenfalls klassisch mit – viel – Eigelb, meist mindestens drei bis hoch zu acht Eigelben (beim Pistazieneis). Manchmal wird auch komplett darauf verzichtet und stattdessen der fettreicher Crème Double gearbeitet. Wer danach nicht weiß, wohin mit dem ganzen übrig gebliebenen Eiweiß, kann zu den Sorbets blättern, wo meist ein Eiweiß erforderlich ist.

Alle verwendeten Zutaten sind üblicherweise in jeder gut sortierten Küche vorhanden und die Zubereitung ist so gut beschrieben, dass beim Nachmachen nicht viel schief gehen kann.

Diese puristische, bodenständige Herangehensweise finde ich sehr symphatisch. Das liegt auch daran, dass das Buch auf dem klassischen italienischen Rezeptbuch „Il cucchiaio d’argento“ (Der Silberlöffel) von 1950 sowie einigen anderen italienischen Büchern basiert. Neumodischen Schnickschnack oder Hype-Wörter wie „vegan, laktosefrei, glutenfrei“ oder „low carb“ werdet ihr in diesem Buch nicht finden.

Für Leute, die gerade erst mit dem Eismachen beginnen, ist dieses Buch ein gute Grundlage, um die italienischen Gelato-Klassiker kennen- und lieben zu lernen. Wer wie ich jedoch schon jahrelang selbst Eis herstellt und zig Rezeptbücher zum Thema im Regal hat, wird hier nichts Neues finden. Wobei selbst das nicht ganz stimmt: So hat mich beispielsweise die Art, wie im Buch das Schokolade-Minz-Eis aromatisiert wird, auf eine gute Idee für ein ähnliches Rezept gebracht, welches ich bestimmt bald vorstellen werde. Die Besinnung auf die alten Eisklassiker kann also immer noch inspirieren.

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