Eiscreme aus Olivenöl? Der neue Trend in Eisdielen

Immer wieder werden Erich und ich um Rat gefragt, wenn es um das Thema „Eiscreme“ geht.

Manchmal bin ich jedoch selbst etwas ratlos. So stehe ich zum Beispiel verwundert vor dem Trend, Eis aus Olivenöl zu machen.

War es noch vor wenigen Jahren verpönt, „billiges Pflanzenfett“ ins Eis zu kippen und dadurch die hochwertige Sahne zu ersetzen, werben mittlerweile einige Eisdielen sogar damit, dass ihr Eis Olivenöl statt Sahne enthält.

So gesehen zum Beispiel in der Eisdiele „Eis Center Gelati“ in der Schellingstr. 48 in München:Olivenoel-eis-muenchen-2438oder in Berlin im Eissalon „Erste Sahne“ in der Kienitzer Straße 116, die jedoch auch gleich den großen Vorteil vom Olivenöl herausstreichen:Olivenoel-Eis-NeukoellnDas Eis ist vegan (und laktosefrei), meist enthält es auch etwas weniger Kalorien und Fett als normale Eiscreme.

Ich halte es jedoch eher mit dem Zitat aus dem Buch „Der Liebesschuft: Berlin Love Storys„* von Juli Bennet, in dem die Protagonistin sagt:

„Eis aus Olivenöl? Da kann man ja gleich eine grüne Gurke in den Kühlschrank legen und sie hinterher lutschen.“

Was haltet ihr von Eis auf Olivenöl-Basis?

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Rezension: „Italienische Kochschule: Eiscreme“

Erst vor einigen Tagen erschien im Phaidon Verlag das Buch „Eiscreme“* aus der Serie „Italienische Kochschule“. Da italienisches Gelato für viele Eisfans immer noch das Synonym für leckeres Eis ist, lag es nahe, einen genauen Blick in das Buch für unseren Eisblog zu werfen. Taugt das Buch was?
italienische_kochschule-eiscreme-coverAuf 176 Seiten finden sich insgesamt 76 Rezepte, meist schön übersichtlich auf einer Doppelseite, davon eine Seite Text inklusive Zubereitungszeit, Zutaten, Kalorienangaben und den Arbeitsschritten. Die andere Seite ist je einem formatfüllenden Foto gewidmet. Die Rezepte gliedern sich auf: 25 Sorten Eiscreme, 9 Sorten Sorbet, 19 Sorten gefrorene Desserts wie Semifreddo, Granitas oder Eistorte sowie 23 Sorten gekühlte Desserts, die streng genommen gar kein Eis sind, also Tiramisu, Panna Cotta, Cannoli, Cassata oder Zuppa Inglese.

Letzteres empfinde ich zwar etwas als „Etikettenschwindel“, wenn auf dem Titel nur von „Eiscreme“ die Rede ist, aber wer ein Faible für italienische Desserts hat, kann dieser Sammlung italienischer Rezeptklassiker sicher etwas abgewinnen.

Bis auf das Parmesaneis (Seite 62) sowie das Jasmineis (Seite 65) sind die meisten Sorten sehr bodenständige Klassiker. Die Zutaten sind oft bewusst minimalistisch gehalten. Das Karamelleis beispielsweise besteht nur aus drei Zutaten (Crème Double, Zucker, Eigelb), das Zabaioneeis aus vier Zutaten (Eigelb, Zucker, Marsala und Sahne) und so weiter.

Gebunden wird das Eis meist ebenfalls klassisch mit – viel – Eigelb, meist mindestens drei bis hoch zu acht Eigelben (beim Pistazieneis). Manchmal wird auch komplett darauf verzichtet und stattdessen der fettreicher Crème Double gearbeitet. Wer danach nicht weiß, wohin mit dem ganzen übrig gebliebenen Eiweiß, kann zu den Sorbets blättern, wo meist ein Eiweiß erforderlich ist.

Alle verwendeten Zutaten sind üblicherweise in jeder gut sortierten Küche vorhanden und die Zubereitung ist so gut beschrieben, dass beim Nachmachen nicht viel schief gehen kann.

Diese puristische, bodenständige Herangehensweise finde ich sehr symphatisch. Das liegt auch daran, dass das Buch auf dem klassischen italienischen Rezeptbuch „Il cucchiaio d’argento“ (Der Silberlöffel) von 1950 sowie einigen anderen italienischen Büchern basiert. Neumodischen Schnickschnack oder Hype-Wörter wie „vegan, laktosefrei, glutenfrei“ oder „low carb“ werdet ihr in diesem Buch nicht finden.

Für Leute, die gerade erst mit dem Eismachen beginnen, ist dieses Buch ein gute Grundlage, um die italienischen Gelato-Klassiker kennen- und lieben zu lernen. Wer wie ich jedoch schon jahrelang selbst Eis herstellt und zig Rezeptbücher zum Thema im Regal hat, wird hier nichts Neues finden. Wobei selbst das nicht ganz stimmt: So hat mich beispielsweise die Art, wie im Buch das Schokolade-Minz-Eis aromatisiert wird, auf eine gute Idee für ein ähnliches Rezept gebracht, welches ich bestimmt bald vorstellen werde. Die Besinnung auf die alten Eisklassiker kann also immer noch inspirieren.

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Rezept: Pfefferminzsirup selber machen neue Version

Am 22. Februar 2011 hatte Robert als eines seiner ersten Rezepte den Artikel „Pfefferminzsirup für Eis selbst herstellen“ veröffentlicht.

Wir diskutieren oft über unsere Artikel und Rezepte und tauschen uns konstruktiv aus. So war es auch bei diesem Artikel. Nach über fünf Jahren fand ich, es sei an der Zeit, eine überarbeitete Version zu veröffentlichen. Da in unserem Garten bereits die Minze vor sich hin wuchert, fand ich dies die beste Gelegenheit, mein Vorhaben umzusetzen.

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Selber hergestellter Minze-Sirup schmeckt ausgezeichnet und erfrischend. (Foto: eis-machen.de / Erich Eggimann)

Wie Robert in seinem Artikel geschrieben hat, soll das starke Aroma von der Marokkanischen Minze kommen. Diese Minze ist tatsächlich die mit dem stärksten Aroma. Da bei mir zu Hause keine solche Minzen-Art wächst, versuchte ich mein Glück mit unserer einheimischen Sorte. Von Anfang an war ich der Meinung, dass es weniger die Sorte ausmacht als die Jahreszeit. Robert hat seinen Sirup im Winter hergestellt. Die im Winter gezüchteten Kräuter, die abgepackt in den Regalen liegen, verlieren rasch ihre Ätherischen Öle. Diese Öle machen die Wirksamkeit und das Aroma der Pflanze aus. Dann war noch die Säure von der Zitrone, die Ihre Rolle spielte. Dazu komme ich später.

Wer selber Kräuter in seinem Garten oder Töpfen ernten möchte, soll das am Morgen bis etwa 11 Uhr tun, je nach Sonnenstand. Denn je höher die Sonne steht, umso mehr zieht die Pflanze Ihr ätherisches Öl in die Wurzel, damit es nicht in der Hitze austrocknet. Wer denkt, dann ernte ich sie halt, wenn es regnet, fährt auch nicht gerade gut, denn dann geschieht dasselbe. Am besten sind trockene Morgen.

So. Nun haben wir die wohl duftende Pfefferminze. Was ihr nicht gut bekommt, ist, sie von Anfang an mit Säure zu mischen. Die Säure der Zitrone beeinträchtigt stark das erfrischende Aroma der Minze. Darum die Säure erst zum Schluss beigeben.

Pfefferminz-Sirup neue Version

Schwierigkeitsgrad: Mittel
Eisvariante: Sirup

Zutaten:

  • 1 kg Kristallzucker
  • 100 g Minze mit Stiel (Normale aus dem Garten/Supermarkt)
  • 10 g Zitronensäure (aus der Apotheke/Drogerie)
  • 1 l Wasser

Zubereitung:

  1. Die Minze waschen, trocken tupfen und von Hand fein hacken.
  2. Den Zucker in eine Schüssel geben und mit der gehackten Minze gut vermischen. So kann der Zucker das ganze Aroma der Minze aufsaugen.
  3. Etwa 12 Stunden bei Zimmertemperatur, zugedeckt ziehen lassen.
  4. Das Wasser und Zucker-Minze-Mischung in eine Pfanne geben und aufkochen.
  5. 5 Minuten köcheln lassen.
  6. Die Zitronensäure beigeben und gut verrühren.
  7. Durch ein Sieb * gießen. Wenn nötig, noch einmal durch ein Tuch gießen.
  8. Noch heiß in sterilisierte Glas-Flaschen gießen und luftdicht verschließen.

Tipp:

  • Wer seinen Sirup gerne grün haben will, kann eine Handvoll Blattspinat in Punkt zwei mithacken.
  • Anstatt Blattspinat kann man auch einige Tropfen grüne Lebensmittelfarbe beigeben. Dies aber erst am Schluss.
  • Den Sirup kann man ungeöffnet etwa 4-5 Monate lagern.

Eis-Rezept: Mango-Frischkäse-Eis selbst machen

Wer gerne Eis mit Mangogeschmack isst, aber keine Sorbets mag, ist an der Eisdiele meist aufgeschmissen.

Deswegen (und weil ich aus einem unerfindlichen Grund mal wieder Frischkäse-Eis machen wollte), habe ich beides kombiniert, um ein sahnig-cremiges Eis mit einer leichteren Mangonote als üblich zu kreieren. Im gegensatz zum Mango-Sorbet dominiert hier nicht die Fruchtfrische, sondern der cremige Frischkäse, der nur von der Mango ergänzt wird. Zu Hause stieß das Ergebnis auf geteilte Meinungen, aber ich überlasse euch das endgültige Urteil._16A7366_mango-frischkaese-eis

Rezept für Mango-Frischkäse-Eis

Eisvariante: Sahneeis
Schwierigkeitsgrad: Mittel

Zutaten:

  • 100 ml Vollmilch
  • 150 ml Sahne
  • 150 g Frischkäse (Doppelrahmstufe)
  • 10 g Magermilchpulver*
  • 50 g Eigelb (ca. 3 Eier M oder 2 Eier L)
  • 300 g frische Mango (geschält)
  • 150 g Zucker

Zubereitung:

  1. Die frische Mango schälen, entkernen und in kleine Quader schneiden. Mit ca. 10g vom Zucker verrühren und etwas Saft ziehen lassen.
  2. Das Eigelb zusammen mit dem restlichen Zucker verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
  3. Die Milch mit der Sahne und dem Magermilchpulver in einem Topf etwas erwärmen und langsam nach und nach unter die Ei-Zucker-Mischung rühren.
  4. Die Masse wieder auf den Herd stellen und simmern (nicht kochen!) lassen, bis sie etwas dickflüssiger wird.
  5. Dann vom Herd nehmen, den Frischkäse und die Mango hinzugeben und mit einem Mixer pürieren.
  6. Auf Kühlschranktemperatur abkühlen lassen und in die Eismaschine geben. Falls die Mango etwas faserig war, ggf. dabei durch ein Sieb gießen.
  7. Wer keine Eismaschine hat, folge bitte diesen Hinweisen.

Tipps und Tricks:

  • Die Mango sollte richtig reif sein, um ihr Aroma voll entfalten zu können.

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Eis-Rezept: Frozen Yogurt mit Honig am Stiel ohne Eismaschine selber machen

Die wärmeren Monate sind im Anmarsch und fördern die Lust auf ein kühles Eis.

Zwar merkt man bei uns noch nicht viel davon, da es vor zwei Tagen noch zügig geschneit hat und die Landschaft in prächtigem Weiß erscheinen ließ. Die eisigen Temperaturen drängt den Gedanken an ein Eis eher in den Hintergrund.

Wir schauen aber nach vorn, denn schon bald kann es sommerlich warm sein.

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Das erste Eis am Stil-Rezept in diesem Jahr ist super lecker und sehr schnell gemacht. Man mischt die drei Zutaten, füllt sie ab und gefriert sie dann. Nach vier Stunden können sie bereits verzehrt werden.

Beim Naturjoghurt empfehle ich, die BIO-Qualität zu verwenden. Ich finde, dass man einen Geschmacksunterschied feststellt.

Zutaten:

  • 500 g Naturjoghurt (Bio)
  • 100 g Honig
  • Saft einer halben Limette

Zubereitung:

  1. Den Joghurt in eine Schüssel geben.
  2. Wenn ein flüssiger Honig verwendet wird, diesen zum Joghurt geben. Wenn es ein fester Honig ist, mit etwas Wasser (1-2 EL) in einer Pfanne langsam erhitzen, bis er flüssig wird und dann zum Joghurt geben.
  3. Limettensaft dazugeben und alles gut zusammen vermischen.
  4. In Eis am Stiel-Förmchen verteilen, Stiel darauf setzen und etwa vier Stunden gefrieren lassen.

Tipp:

  • Wer mag, kann das Ganze noch mit etwas gehackter Pfefferminze oder Zitronenmelisse verfeinern.

Leserfrage: Wie viel Gramm wiegt eine Kugel Eis?

Kürzlich schickte uns unser Leser Dennis folgende Frage:

„Moin Moin Ihr zwei Eis-Verrücken.

Mein Name ist Dennis und ich wohne derzeit in München. Ich hab schon mein ganzes Berufsleben in der Gastronomie verbracht und habe jetzt ein Problem, für das ich einfach keine Lösung finde.

Natürlich geht es um Eis.

Mein letzter Arbeitgeber war ein Cafe Haus in München mit eigener Speiseeis Produktion. Mein Chef hat immer gesagt, eine Kugel Eis dürfe nicht mehr als 75g wiegen. Nun hab ich mal in anderen Eisdielen in München nachgewogen. von 65g bis 95g war alles dabei.

1. Meine Frage also: Wie schwer ist denn eine durchschnittliche Eiskugel? Ich weiss, das kann jeder Verkäufer für sich selbst entscheiden, aber gibt es sowas wie einen allgemein gültigen Richtwert?

Mein zweites Problem ist die Umrechnung von Litern in Gramm. Meine Berechnungen ergaben ca. 11 Kugel pro Liter Eis. Das war der Durchschnitt aus Fruchtspeiseeis, Sorbets und Milchspeiseeis. In eurem Blog stand, dass Erich aus 1,2 Litern 30 Kugeln bekommen hat und in einem Buch habe ich von 13 Kugel pro Liter gelesen. Eigentlich waren es sogar 15 Kugel, aber der Autor hat 15% Verlust mit eingerechnet.

2. Meine Frage also: Wie viele Kugeln Eis bekomme ich aus einem Liter Eis, wenn meine Kugel 85 g wiegen soll und wie berechne ich das?“

Zwar sind wir ein Eis-Blog, keine Mathe-Webseite, aber wagen wir uns trotzdem an die Fragen.

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In meiner Stammeisdiele bekomme ich auf das Milligramm genau 90 Gramm pro Kugel.

Zur ersten Frage:
Das Gewicht einer typischen Eiskugel ist unterschiedlich und schwankt von Eisdiele zu Eisdiele. In der Regel bieten die teureren Eisdielen auch meist deutlich größere Kugeln an. Die korrekten Rahmenwerte von 65-95 g pro Kugel wurden schon genannt. Gestern erst habe ich in meiner Stamm-Eisdiele nachgewogen. Dort habe ich eine 90-Gramm-Kugel erhalten.

Zur zweiten Frage:
Da das Eis aus dem Artikel kostenlos angeboten wurde, haben wir einen kleineren Eisportionierer als üblich verwendet, und zwar diesen hier*. Ich selbst nutze einen ähnlichen Portionierer, den Stöckel B 30*, der Kugeln mit ca. 1/30 l (daher der Modellname) aussticht. Das wären ca. 33 ml pro Kugel, auf der Waage ergibt das bei mir ca. 30 g.

Üblicherweise verwenden wir privat kleinere Eisportionierer als die Eisdielen, weil wir uns zu Hause im Zweifel immer noch kostenlos eine weitere Kugel dazu holen können und sich die kleineren Kugeln besser aus einem Ein-Liter-Behälter besser ausstechen lassen, während in der Eisdiele oft mit 5-12l-Behältern gearbeitet wird.

Jetzt kommen die ganzen Einschränkungen: Wie viel 100 ml Eiscreme in Gramm sind, ist unterschiedlich.

Erstens kommt es darauf an, wie viel Luft mit ins Eis gemischt wurde. Je mehr Luft im Eis enthalten ist, desto mehr Volumen hat das Eis bei gleichem Gewicht. Hier „tricksen“ vor allem die Fertigeis-Hersteller, denn Luft ist die heimliche kostenlose Zutat im Eis. Je mehr Luft in der Packung, desto leichter (und billiger) ist das Eis bei gleicher Verpackungsgröße.

Zweitens unterscheidet sich das Gewicht je nach den enthaltenen Zutaten. Fett ist bei identischem Volumen etwas leichter als Wasser, daher wiegt fettreiches Eis etwas weniger als Wassereis.

Drittens spielt die Temperatur von Eiscreme eine Rolle, denn Wasser hat bei 4° C das maximale Volumen (100 ml = 100 g), wenn es kälter wird, legt es an Volumen zu (bei 0° sind 100 ml nur 91,68g und so weiter).

In der Praxis kommt noch dazu, dass man in den Ecken des Eis-Behälters nie alles auskratzen kann und deshalb Schwund dabei hat.

Ein paar Beispiel-Rechnungen: Wir haben einen Liter Eiscreme. Wir akzeptieren 15% „Schwund“, bleiben 850 ml übrig. Unser Eisportionierer liefert uns 1/30l-Kugeln, also ca. 33 ml pro Kugel. 850/33 ergibt gerundet ca. 26 Kugeln Eis, bei gründlicher Ausnutzung mit weniger Schwund wären es bis zu 30 Kugeln.

Anders gerechnet: Wenn eine Kugel 85g wiegen soll, wären das ca. 70-75 ml pro Kugel und damit bei einem Liter Eis mit 15% Schwund ca. 12 Kugeln Eis. Zum Ausstechen wäre dafür der Stöckel A 12* geeignet, der ca. 12 Kugeln aus einem Liter Eis holt.

Wer es ganz genau für seine Zwecke wissen will, sollte sich testweise einen Liter Eis herstellen, die gewünschte Kugelgröße ausstechen und zählen…

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Eis-Rezept: Erfrischendes Parfait mit Olivenöl selber machen

Wer unter Speiseeis zu Kugeln geformte Eiskreme versteht – womöglich noch mit den Aromen Schokolade, Vanille und Erdbeere – liegt sicher nicht falsch, aber wenn diese Person durch unseren Blog stöbert, wird sie feststellen, wie vielseitig Speiseeis sein kann. Nicht nur die Aromen sind vielseitig und unendlich kombinierbar, auch die Formen und Zubereitungen variieren ganz nach Fantasie.

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Bei diesem Rezept handelt es sich nicht um einen Aprilscherz wie bei meinem letzten Rezept. Denn hier harmoniert das Olivenöl hervorragend mit dem Orangen- und Limettensaft. Zusammen gibt es eine erfrischende Note, was ideal zu der bevorstehenden Sommerzeit passt.

Um eine Art Parfait handelt es sich im heutigen Rezept. Zwar wird es nicht klassisch hergestellt, in dem man eine Milch-Ei-Zucker-Masse zur „Rose abkocht„. Hier stellt man eine Sabayon her, die man dann gefriert. Wie eine solche Sabayon hergestellt wird, erfahrt ihr im Rezept.

Erfrischendes Parfait mit Olivenöl selber machen

Eisvariante: Parfait
Schwierigkeitsgrad: Mittel bis schwer

Zutaten:

Zubereitung:

  1. Eigelbe, Limettensaft, Orangensaft und den Läuterzucker in eine Schüssel geben. Am besten eignet sich eine aus rostfreiem Stahl.
  2. Die Schüssel in ein heisses Wasserbad stellen und unter stetem Schlagen mit einem Schwingbesen zu einer luftigen Masse schlagen.
  3. Wenn die Masse luftig und sämig ist, in einem kalten Wasserbad wieder abkühlen.
  4. Das Olivenöl unter die kalte Masse rühren. Erst wenig einrühren. Nach 1 cl probieren. Je nach Qualität vom Öl kann das schon reichen. Es soll ja nur einen Hauch vom Olivenöl aufweisen. Bei mir reichte 1,5 cl vom Öl.
  5. Das Eiweiss mit einer Prise Salz steif schlagen und vorsichtig unter die Masse ziehen.
  6. In ein geeignetes Gefäss geben und tiefkühlen. Auf keinen Fall in der Eismaschine gefrieren lassen! Sonst geht die mühsamst eingearbeitete Luft raus. Das Eis wird dann nicht mehr luftig und lecker.

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Eis-Rezept: Mango-Vanille-Eis am Stiel selber machen

Einige Rezepte entstehen nach sorgfältiger Überlegung, andere sind aus purem Pragmatismus geboren. So auch diesen Rezept.

Schuld ist eine sehr reife Mango, die vor sich hin reifte und nach Verarbeitung verlangte. Bei uns im Haushalt liegt es nahe, daraus Eis zu machen.

Aber weil Fruchteis ehrlich gesagt nicht so weit oben auf meiner Favoritenliste steht, habe ich die Mango kurzerhand mit Vanilleeis kombiniert, eine Sorte, die eigentlich immer ein dankbarer Kandidat für Kombinationen und Experimente ist.

mango-vanille-eis-am-stiel_2787Weil außerdem eine Feierlichkeit anstand, wurde es ein „Eis am Stiel“, weil es ohne Geschirr serviert und ohne Zubehör wie Löffel oder Waffel verzehrt werden kann.

Rezept für Mango-Vanille-Eis am Stiel

Eis-Variante: Sahne-Frucht-Eis
Schwierigkeitsgrad: Mittel

Zutaten für das Mangoeis:

  • 150 g Zucker
  • 150 ml Wasser
  • 400 g Mango (ca. 1 Mango)
  • 1 EL Zitrone

Zutaten für das Vanilleeis siehe hier

Zubereitung:

  1. Den Zucker im Wasser verrühren, bis er sich aufgelöst hat.
  2. Die Mango schälen, entkernen und das Fruchtfleisch pürieren.
  3. Das Fruchtfleisch durch ein Sieb drücken, den Zitronensaft dazugeben und mit dem Zuckerwasser verrühren.
  4. Die Eismasse in eine Eismaschine geben.
  5. In der Zwischenzeit das Vanilleeis nach dem oben verlinkten Rezept vorbereiten und kühl stellen.
  6. Das Mangoeis zur Hälfte in Stieleisformen füllen (ich benutze zwei hiervon*, ergibt also 8 Eis am Stiel).
  7. Das Eis ins Tiefkühlfach stellen und die Eismaschine säubern.
  8. Das Vanilleeis in der Eismaschine zubereiten und zum Mangoeis in die Stieleisformen geben.
  9. Eventuell überschüssiges Eis einfach in andere Behälter füllen oder sofort verzehren.

Tipps und Tricks:

  • Bei passiv kühlenden Eismaschinen muss bei Schritt 7 entweder eine lange erneute Kühlzeit das Akkus berücksichtigt werden oder ein zweiter Akku vorhanden sein.
  • Auf diese Art und Weise lassen sich natürlich auch viele andere Sorten-Kombinationen zusammenstellen, zum Beispiel Erdbeer-Johanniseis am Stiel oder Joghurt-Kirsch-Eis am Stiel.
  • Wer etwas Traubenzucker loswerden will, kann auch diese Variante von meinem Mango-Sorbet-Rezept nehmen.

Was meint ihr, welche Sorten würden am besten auf diese Weise zusammenpassen?

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Eis-Rezept: Ingwer-Sahne-Eis mit karamelisierten Garnelen, Bärlauch und Schokokrokant selber machen

APRILSCHERZ

Es ist Frühling!

Der Bärlauch sprießt und man riecht ihn schon von weitem. Darum will ich ein leckeres Bärlauch-Eis machen, das die raffinierte Kombination von Süssem, Herbem und Mediterranem kombiniert. Das Mediterrane wird in Form von Garnelen zugefügt. Garnelen in einem Eis? Gehören die in ein Eis? Ich sage ja! Denn habt ihr sie schon mal karamellisiert probiert? Ergänzt wird das Ganze mit zartbitteren Schokoladen-Stückchen. Am besten probiert ihr das Rezept noch heute aus.Eis_Blog_Garnelen_Bärlauch_Eis

Schwierigkeitsgrad: Schwer
Eisvariante: Ausgefallenes Sahneeis

  • 1.5 dl Sahne
  • 2.5 dl Milch
  • 1 Prise Salz
  • 5-7 g frischer Ingwer
  • 1 Eigelb
  • 110 g Zucker
  • 100 g Black-Tiger Garnelen geschält
  • 50 g Zucker
  • 1 Bund Bärlauch
  • 50 g Zartbitter-Schokolade

Zubereitung:

  1. Den Ingwer waschen und ungeschält in feine Scheiben schneiden.
  2. Sahne, Milch, Salz und Ingwer in einer Pfanne zum Kochen bringen.
  3. In einer weiteren Schüssel das Eigelb und den Zucker (110 g) schaumig schlagen.
  4. Die heiße Sahne-Milch-Ingwer-Mischung langsam unter das Eigelb-Zucker-Gemisch rühren.
  5. Alles zurück in die Pfanne leeren und zur „Rose abkochen“ (simmern)
  6. Durch ein Sieb in die Schüssel gießen und darauf achten, dass der ganze Ingwer weg ist.
  7. Abkühlen lassen.
  8. Bärlauch waschen und ganz fein hacken.
  9. Die Garnelen vom Darm befreien, waschen und in kleine Würfel schneiden.
  10. Den Zucker (50 g) in einer Pfanne, mit einem Esslöffel Wasser Karamellisieren lassen und mit etwas Wasser ablöschen.
  11. Die Garnelen dazu geben und karamellisieren, bis sie gar sind.
  12. den Bärlauch dazu geben und  unter rühren garen, bis kein Saft mehr da ist.
  13. Auf einen Teller geben und auskühlen lassen.
  14. Die Garnelen mit der Ingwer-Masse vermischen und in der Eismaschine gefrieren lassen. Wer keine Eismaschine hat, kann dieser Anleitung folgen.
  15. In der Zwischenzeit die Schokolade in kleine Würfel schneiden und grob hacken.
  16. Wenn die Masse zur Hälfte gefroren ist, die Schokoladen-Krokant dazu geben.

Tipp:

  • Auf keinen Fall nachmachen! Es handelt sich um einen Aprilscherz. Wenn du reingefallen bist, freut es uns umso mehr. Dieses Rezept wurde nicht getestet. Darum übernehme ich keine Garantie, dass es funktioniert.

 

Eis-Rezept: Mango-Sorbet mit Traubenzucker selbst machen

Es gibt unzählige Rezepte für Mango-Sorbet. Aus einem guten Grund, denn es ist verflixt lecker.

Auch hier im Blog haben wir verschiedene Rezepte für Mango-Eis, zum Beispiel mein Mangoeis oder Erichs Mango-Parfait oder Mango-Sorbet.

Heute stelle ich jedoch mein eigenes Mango-Sorbet vor.mango-sorbet_16A7382

Der Grund ist einfach: Vielleicht kennt ihr diese kleinen Traubenzucker-Bonbons, die man in der Apotheke oft geschenkt bekommt? Vor allem, wenn man mit Kindern in der Apotheke ist, bekommen diese gleich eine ganze Handvoll dieser Traubenzucker-Tütchen aufgedrängt. Kombiniert mit den Süßigkeiten von Weihnachten, Ostern, dem Geburtstag, Karneval und so weiter führt das im Laufe der Monate dazu, dass sich deutlich mehr Traubenzucker im Haushalt ansammelt als pur gegessen wird.

Deshalb dachte ich mir, dass ich den Traubenzucker genauso gut als Zuckerart für ein Eis verwenden könnte. Mit diesem Rezept werdet ihr auf einen Schlag mehr als 30 Traubenzucker-Drops los und habt so ganz nebenbei noch ein leckeres Eis gezaubert.

Mein verwendeter Traubenzucker, nach Geschmack sortiert

Mein verwendeter Traubenzucker, nach Geschmack sortiert

Als zweite Premiere kam hier das erste Mal mein neu erworbenes Refraktometer zum Einsatz. Mit diesem Gerät kann sowohl der Zuckergehalt der Eismasse bestimmt werden und damit zugleich die Eistrockenmasse, weil diese fast identisch sei. Meint jedenfalls Martha von eismacherin.de, welche mir das Ding auch ans Herz gelegt hat. Ich kann demnach das erste Mal mit ziemlicher Sicherheit sagen: Dieses Rezept hat einen Brix-Wert von 32.

Rezept für Mango-Sorbet mit Traubenzucker

Eisvariante: Sorbet
Schwierigkeitsgrad: Einfach

Zutaten:

  • 360 g Mango-Fruchtfleisch (ohne Schale und Kern)
  • 1 TL Zitronensaft
  • 70 g Traubenzucker (ca. 34 Traubenzucker-Bonbons aus der Apotheke)
  • 70 g Zucker
  • 100 ml Wasser

Zubereitung:

  1. Das Fruchtfleisch klein schneiden und mit dem Zitronensaft und ca. 10 g vom Zucker Saft ziehen lassen.
  2. Den restlichen Zucker zusammen mit dem Wasser und dem Traubenzucker erhitzen, bis sich der komplette Zucker aufgelöst hat.
  3. Das Fruchtfleisch pürieren, das Zuckerwasser dazu geben und durch ein Sieb seien, um eventuelle Mangofasern zu entfernen.
  4. Die Eismasse in eine Eismaschine geben und gefrieren lassen oder wie hier gezeigt ohne Eismaschine gefrieren lassen.

Tipps und Hinweise:

  • Wer aufgepasst hat, wird vielleicht anmerken, dass die Traubenzucker-Bonbons aus der Apotheke oft einen zusätzlichen Geschmack haben (Kirsche, Orange, Erdbeere, etc.). Das stimmt, aber sie mussten halt weg. Im fertigen Eis ist davon kaum was zu bemerken. Wer es „reiner“ haben will, nimmt einfach reinen Traubenzucker.
  • Wer keinen Traubenzucker hat, ersetzt diesen einfach durch normalen Haushaltszucker oder Puderzucker.