Verbessertes Eis-Rezept: Vanilleeis selbst machen

Ganz zur Anfangszeit des Blogs hat­te ich schon mal dieses Rezept für Vanilleeis vorgestellt. In den Kom­mentaren hieß es manch­mal, dass es etwas zu süß sei. Außer­dem habe ich in den let­zten drei Jahren etwa dazugel­ernt und deshalb präsen­tiere ich euch heute mein verbessertes Rezept für den Eis-Klas­sik­er schlechthin: Vanilleeis!

Vanilleeis

Rezept für Vanilleeis

Schwierigkeits­grad: Mit­tel
Eis-Vari­ante: Sah­neeis

Zutat­en:

  • 4 Eigelb (Größe M)
  • 90 g Zuck­er
  • 30 g Glukos­esirup* (ca. 1 großer Ess­löf­fel)
  • 2 Vanilleschoten*
  • 250 ml Vollmilch
  • 200 g Sahne
  • 1 kleine Prise Salz

Zubere­itung:

  1. Die bei­den Vanilleschoten der Länge nach auf­schnei­den und das Vanille­mark mit einem spitzen Mess­er auskratzen. Die Schoten aufheben.
  2. Das Eigelb mit dem Zuck­er, dem Salz und dem Glukos­esirup in ein­er Schüs­sel ver­rühren, bis sich der Zuck­er gut aufgelöst hat.
  3. Die Milch zusam­men mit der Sahne und dem Vanille­mark in einem Topf etwas erhitzen (nicht kochen lassen).
  4. Die Milch­mis­chung nach und nach langsam unter die Ei-Zuck­er-Mis­chung rühren.
  5. Dann die Mis­chung wieder auf den Herd stellen, die Vanilleschoten dazugeben und unter häu­figem Rühren im Topf zur Rose abkochen, bis sie etwas dick­er und cremiger wird.
  6. Den Topf vom Herd nehmen, die Vanilleschoten ent­fer­nen und alles auf Kühlschrank­tem­per­atur abkühlen lassen.
  7. Dann die Eis­masse in die Eis­mas­chine geben oder wie hier erk­lärt ohne Eis­mas­chine zubere­it­en.

Tipps und Tricks:

  • Das Wichtig­ste bei diesem Rezept ist die Qual­ität der Vanilleschoten. Wenn ich mir nicht ger­ade welche von Fre­un­den direkt aus Mada­gaskar mit­brin­gen lasse, kaufe ich diese Schoten* bei Mada­vanil­la. Die sind deut­lich gün­stiger als die einzeln ver­pack­ten Schoten im Super­markt bei besser­er Qual­ität.
  • Das Salz kann not­falls auch wegge­lassen wer­den, wirkt hier aber als eine Art natür­lich­er Geschmacksver­stärk­er.
  • Ein Rezept für veg­anes Vanilleeis gibt es hier.

Wie find­et ihr es im Ver­gle­ich zu mein­er ersten Vari­ante? Wie macht ihr euer Vanilleeis?

* Affil­i­ate

35 Kommentare… füg einen hinzu
  • Danke für den Tipp mit den Vanilleschoten, die sind dort sehr günstig und haben gute Kritiken bei einem großen Versandhandel bekommen. Da man in einem Normalhaushalt 20-30 Vanilleschoten nicht gerade schnell aufbrauchen kann, gab dort jemand den Tipp, die Schoten einzufrieren. Hat noch jmand Erfahrungen damit gemacht?
    Glukosesirup klang für mich wie eine "chemische" Zutat, deshalb habe ich das gegoogelt. Laut Wikipedia eine Mischung aus Trauben- und Fruchtzucker, aber ich habe jede Menge Rezepte gefunden, in denen nur Traubenzucker mit Wasser aufgekocht wird. Also warum kaufen anstatt für wenig Geld selber machen?
    Ich weiss nicht, ob es besonders sinnvoll ist, aber ich schlage die Sahne immer, bevor ich sie ins Eis gebe, weil ich hoffe, dass die Masse dann luftiger/cremiger wird. Was meint der Experte dazu?
    LG und vielen Dank für die tollen Rezepte
    Silvia

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    • @Silvia: Ich habe das Rezept in der Tat mit eingefrorenen Vanilleschoten gemacht, die ich einen Tag vorher aus dem Tiefkühler geholt habe. Wenn Traubenzucker mit Wasser aufgekocht wird, wo soll da der zusätzliche Einfachzucker herkommen, aus dem Glukosesirup neben Traubenzucker besteht?

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    • Einerseits besteht der Sinn des Glukosesirups darin, dass er eine größere gefrierhemmende Wirkung als normaler Zucker oder Traubenzucker bei derselben Menge hat.
      Durch die Herstellung aus Wasser und Zucker mit einem Zusatz wird der Zucker bei Zugabe von Wärme in Fruktose und Traubenzucker aufgespalten. Zucker besteht nämlich aus diesen beiden Stoffen, nur fest miteinander verbunden. Man teilt den Zucker sozusagen und bekommt zwei kleine Zuckerteilchen - etwas plakativ formuliert.
      Du hast durch den Glukosesirup nun doppelt soviele " Zuckerteilchen" als vorher im Eis. Jetzt haben alle Teilchen, die man in Wasser gibt, die Eigenschaft, daß sie den Gefrierpunkt von Wasser senken. Da Eis zu einem großen Teil aus Wasser besteht, ist das ein gewollter Effekt. Je mehr Teilchen im Wasser, desto später gefriert das Wasser.
      Für denselben Effekt müsstest du sonst doppelt so vielen normalen Zucker oder doppelt soviel Traubenzucker hinein tun, wodurch das Eis viel zu süß werden würde.

      Deswegen nimmt man den Sirup. Ich hoffe ich habe diesen einen Effekt halbwegs verständlich rübergebracht. Wenn nicht, dann frag bitte nach und ich lege nochmal nach.

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  • Das Vanilleeis klingt wie alles bei Euch sehr lecker.
    Vom Süßungsgrad kommt es jetzt einigermassen in die Richtung wie wir es auch mögen, wobei wir noch ein bisschen weniger Zucker nehmen. Aber das ist am Ende auch Geschmackssache, denke ich.
    Der Tipp mit den Vanilleschoten ist super, vielen Dank. Weil Vanille so vielseitig einsetzbar ist, geht schon einiges durch bei uns 🙂

    Gruß,
    Jens

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  • @Jens und R. Kneschke: Liebe Leute, Ihr (und das umwerfende selbstgemachte Eis) habt mich dazu gebracht, dass ich mich mit chemischen Vorgängen befasse, die mich nie interessiert haben! Ich werde also tatsächlich weiter nachfragen:
    In Wasser aufgekochter Traubenzucker scheint brauchbar für Fondant zu sein und macht angeblich aus das Eis cremiger. Kann ich für das Eis den Traubenzucker auch statt Zuker verwenden, um denselben Effekt zu bekommen?
    Die Glukosesirupherstellung, die Du, Jens, beschreibst, ist - wenn ich das richtig verstanden habe - Invertzucker. Da wird Zucker mit Wasser und Zitronensäre aufgekocht und zuletzt Natron dazugegeben.
    Der richtige Glukosesirup wird aus Stärke gewonnen. Scheint ein gut gehütetes "Geheimnis" zu sein, denn ich habe trotz intensiven Googlens bisher noch keine Anleitung dafür gefunden.
    LG Silvia

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  • Hallo, das ganze hört sich sehr gut an, und ich würde dieses Rezept gerne empfehlen und für ein Projekt nutzen! Können Sie mir sagen, für wieviele Portionen (à 2 kleine Kugeln) ich aus dieser Menge herausbekomme?

    Viele Grüße!
    Manuel

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    • Manuel: Das kommt auf die Größe ihres Eisportionierers an. Das Rezept hat ca. 600 ml Eismasse, da können sie ca. 10 Kugeln rausbekommen, das wären also ca. 5 kleine Portionen.

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  • dabei hat man vanille eis früher ganz anders gemacht. wenn man echte vanille benutzt(und nicht das olle vanilin) schmeckt es sehr flach, deshalb hat man früher in italien noch gewaschene geröstete espressobohnen und zitronenschale beigemischt als kleiner kick sind auch ein paar minzeblätter sehr gut, auf basis dieser milch hat man die eismasse hergestellt und erst in der abkühlphase unterhalb 60°C die sahne untergemischt damit der frische sahnegeschmack erhalten bleibt. dies ist dann auch das grund eis für ein richtiges stracciatella liebe grüße alex

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    • @Alex: Danke für den Hinweis, vielleicht probiere ich diese Variante auch mal.

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  • Hallo,

    kann den Glukosesirup auch durch normalen Zucker ersetzen???

    LG
    Yvonne

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  • Wo kaufst du den Glukosesirup, oder stellst du ihn selber her?
    LG Aki

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  • @Aki: Ich kaufe den immer, siehe den Link oben bei den Zutaten

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  • das vanille-eis ist der absolute knaller. vielen dank dafür.
    ich habe letztes mal beim abfüllen in die gefrierschalen giotto-kugeln untergemengt - schmeckt toll!
    danke für die vielen tollen rezepte

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  • Hallo wie lange muss das Eis in die Eismaschine? Viele Grüße Silke

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    • Das kommt auf die Eismaschine an, in der Regel ca. 40-50 Minuten.

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  • Dieses tolle Rezept ist mein Grundeis für viele Eissorten. Ich verwende bei anderen Eissorten weniger Vanilleschote.
    Nach einen Rezept von Lafer verwende ich aber 2 komplette Eier und zwei Eigeld. Dadurch schmeckt das Eis etwas nach einem leckeren Teig und ich muss nicht so viel Eiweis entsorgen.

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    • Warum machst du aus dem Eiweiß denn nicht "einfach" Baiser???

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  • Halli Hallo,

    ich habe nun beide Rezepte für Vanille-Eis getestet. Du hast gefragt: "Wie findet ihr es im Vergleich zu meiner ersten Variante?" Dazu muss ich gestehen, dass ich mich nicht so recht entscheiden kann. Die sind beide wirklich richtig lecker. Beim Zweiten kommt für mich aber deutlich mehr Vanillegeschmack durch, sodass ich dieses Rezept in Zukunft bevorzugen werde - auch wenn es vlt. etwas mehr Arbeit macht.

    Auf das Salz habe ich verzichtet - nicht weil es nicht vlt. besser schmecken würde. Ich bin einfach der Meinung, dass wir so schon sehr viel Salz zu uns nehmen, da muss ich nicht noch das süße Eis salzen. Auch wenn es natürlich etwas "Overkill" ist beim Speiseeis auf "Gesundheit" zu achten, aber so bin ich nun mal.

    Danke an dich und deine Leser für dieses tolle Vanilleeis-Rezept.

    Viele Grüße
    Franzi

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  • Vielen Dank für das leckere Vanille Eis Rezept. Ich habe das Eis jetzt schon mehrmals gemacht und es kommt immer wieder gut an.
    Durch einen Zufall bin ich auf eine weitere, kleine Verbesserung gestoßen. Ich hatte leider nicht mehr genug Kristallzucker vorrätig, dafür aber 2 Packungen Puderzucker. Deshalb habe ich den normalen Kristallzucker durch die gleiche Menge (90g) Puderzucker ersetzt. Das hatte zur Folge, das das Eis noch weicher und cremiger geworden ist, fast so weich, wie Eis aus dem Supermarkt.

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  • Hat echt gut funktioniert. Besser als diese mittelmäßigen Rezeptvorschläge, die immer mit der Maschine mitgeliefert werden 😀

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  • Hallo Herr Kneschke,

    könnten Sie dieses Rezept bitte einmal durch Ihr Eisprogramm laufen lassen und mir das Ergebnis zusenden? (Oder im Beitrag anhängen?) Ich habe es mal per Hand durchgerechnet und komme deutlich neben den Zielwerten raus.

    Vielen Dank und liebe Grüße
    Benjamin

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    • @Benjamin, sie haben Recht, laut dem Eisprogramm sind die Werte vor allem für Fett und Trockenmasse etwas zu hoch. Deutlich bessere Werte erhält man, wenn man nur 100 ml Sahne, aber dafür 350 ml Vollmilch verwendet.

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  • Ich hab mich heute mal an Vanilleeis gewagt. Leider ist die Masse in der Eismaschine nach 2 min. so fest gewesen, das die Maschine den Dienst quittiert hat. Es ist auch ziemlich wenig, höchstens 400 ml. Was kann da falsch gelaufen sein? LG Fides

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    • @Fides: Welches Rezeot hast Du denn probiert? Das Vanilleeis hier im Beitrag sollte deutlich mehr als 400 ml ergeben.

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      • Das Rezept aus dem Beitrag, allerdings das "alte" Rezept ohne Glukose. Ich habe schon häufiger Sorbet gemacht. Das hat immer gut geklappt.

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  • Hallo,
    ich würde gerne das Rezept ausprobieren. Allerdings sind mir zwei Schoten auf etwa 600ml Eis zu teuer. Wenn ich qualitativ hochwertige Schoten nehme würde dann auch eine Schote auf 1L reichen? Bestände die Möglichkeit das Eis mit Vanille Paste herzustellen (z.B. die von Madavanilla oder kennt jemand eine bessere?) oder schmeckt das zu künstlich?

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    • @Anna: Natürlich kannst Du auch weniger Vanilleschoten nehmen oder andere Vanillezubereitungen (Vanillepulver, Vanillepaste etc.) verwenden, aber dann schmeckt es halt weniger "vanillig".

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      • Vielen Dank für die schnelle Antwort! Ich werde es mal mit der Vanille Paste und parallel mit Vanilleschoten ausprobieren.

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        • Hallo Anna,
          mir persönlich reicht schon immer eine Vanilleschote, seit ich das erste hier vorgestellte Rezept ausprobiert habe.
          Mich wundert oft, dass gutes, einfaches hausgemachtes Eis noch verbessert werden muss. Ist es nicht ausreichend, dass es mit guten Zutaten und mit Liebe hergestellt wird? Ich habe dieses Rezept schon ganz ohne Vanille gemacht - ein einfaches Milch-Sahne-Eis kann super lecker sein (so wie z.B. eine Bayrisch Creme, die ja auch nur eine fluffige Kombination aus Eiern, Zucker, Milch und Sahne ist).
          Viele glauben, dass heute eine möglichst komplizierte, ausgefeilte Kreation gefragt ist - die Mehrheit möchte aber wohl eher nur "Retro", also einfach und schnörkellos.

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  • Hat es schon mal jemand mit Xucker light statt normalem Zucker ausprobiert?

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    • Hallo !
      Es würde mich auch sehr interessieren, ob es mit Xucker (Birkenzucker als Zuckerersatz) auch funktioniert !?
      Hast Du es mal ausprobiert Stefanie ?

      Grüße
      Manuela

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  • Mein allererstes Eis - gleich gelungen...
    Ich habe übrigens den Zucker und Glucosesirup durch 70g Honig ersetzt. Honig süßt stärker als Zucker und hat einen besseren glykämischen index (erhöht den Blutzucker weniger schnell).

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