Rezension: Eismaschine de Luxe von Unold

Seit über drei Jahren habe ich von mein­er pas­siv gekühlten Eis­mas­chine Abschied genom­men und auf eine aktiv gekühlte Eis­mas­chine mit Kom­pres­sor aufgerüstet. In dieser Zeit habe ich damit min­destens über 100 Mal Eis gemacht, viele der neu kreierten Rezepte find­en sich hier im Blog.

Damit bin ich wohl in der Lage, kom­pe­tent über meine Erfahrun­gen mit der „Unold 48816 Eis­mas­chine de Luxe“* zu bericht­en.

Während meine alte Eis­mas­chine rel­a­tiv klein und leicht war, ist die Unold de Luxe dage­gen ein wahres „Mon­strum“. Die Maße sind ca. 30 x 30 x 40 cm und die Mas­chine wiegt bes­timmt über zehn Kilo. Dafür hat sie einen unschlag­baren Vorteil gegenüber ein­er pas­siv gekühlten Mas­chine: Sie ist sofort ein­satzbere­it und man kann mehrere Sorten hin­tere­inan­der zubere­it­en, ohne dazwis­chen min­destens 24 Stun­den warten zu müssen, um den Küh­lakku auf Betrieb­stem­per­atur zu brin­gen.

Auf meinem Foto ist zu sehen, dass die Mas­chine aus fünf Teilen beste­ht: Dem großen Gehäuse mit dem Kom­pres­sor, dem abnehm­baren Motor, dem Rührer, der Abdeck­ung und dem Eis­be­häl­ter.

Der Eis­be­häl­ter fasst knapp 1,5 Liter, aber zu dieser Men­ge­nangabe später mehr. Auf dem zweit­en Foto unten kön­nt ihr die Bedi­enele­mente sehen, die nur aus drei Knöpfen beste­hen: Einem An/Aus-Schal­ter, einem Start/Stop-Schal­ter und einem Knopf, um die vor­eingestellte Zeit von 50 Minuten ändern zu kön­nen. Zur Auswahl ste­hen 10/20/30/40 und 50 Minuten.

Die Bedi­enung läuft so: Die – ide­al­er­weise auf Kühlschrank­tem­per­atur vorgekühlte – Eis­masse wird in den Behäl­ter gekippt, dieser wird in das Gehäuse gestellt. Der Rührer kommt in den Behäl­ter, der Deck­el oben drauf und dann wird der Motor aufgesteckt. Tipp: Wenn man zwis­chen Gehäuse und Behäl­ter einen Schuss hoch­prozenti­gen (über 40%) Alko­hol kippt, kühlt die Mas­chine schneller, weil Alko­hol Kälte bess­er leit­et als Luft.

Ein Druck auf den An-Knopf, ein Druck auf den Start-Knopf und die Mas­chine begin­nt, das Eis zu rühren. Beim ersten Mal erschrak ich über die unge­wohnte Laut­stärke, die aber auszuhal­ten ist, wenn man nicht ger­ade par­al­lel in der Küche essen will. Zur Ein­schätzung: Unsere Spül­mas­chine ist leis­er, unsere Waschmas­chine im Schleud­er­gang lauter. Nach zwei Minuten Rühren set­zt die Küh­lung ein und in der Anzeige kann man sehen, wie die Tem­per­atur von ca. 20°C auf durch­schnit­tlich -28°C run­terkühlt. Im Wech­sel von eini­gen Sekun­den wird jew­eils die aktuelle Tem­per­atur des Kom­pres­sors (nicht der Eis­masse) sowie die verbleibende Restzeit angezeigt.

Nach Ablauf der Zeit erfol­gt ein lautes kurzes Piepen, was auch einen Raum weit­er noch zu hören ist.

Die Reini­gung ist sehr ein­fach, weil Behäl­ter, Rührer und Abdeck­ung ein­fach in die Spül­mas­chine gestellt wer­den kön­nen. Falls der Motor­block mal paar Spritzer Eis abbekommt, wer­den diese mit einem nassen Lap­pen abgewis­cht.

Bish­er hat die Mas­chine tadel­los ihre Dien­ste geleis­tet und funk­tion­iert wie am ersten Tag. Abnutzungser­schei­n­un­gen zeigt haupt­säch­lich die Innen­seite des Behäl­ters, da unten am Boden etwas von der Beschich­tung abbröck­elt, was im Foto auch oben vorne am Rand zu erken­nen ist. Deswe­gen darf das fer­tige Eis auf keinen Fall mit einem Met­all­ge­gen­stand (Löf­fel) aus dem Behäl­ter geholt wer­den, son­dern immer nur mit Kun­st­stoff. Ich nehme dafür einen Kun­st­stoff-Spa­tel.

Ein weit­er­er klein­er Kri­tikpunkt ist die winzige Ein­fül­löff­nung für Stück­en auf der Abdeck­ung (im Bild rechts auf dem durch­sichti­gen Plas­tik zu erken­nen). Sobald zum Beispiel Schokostückchen oder Kek­skrümel größer als ca. 8 x 8mm sind, passen sie nicht mehr durch die Öff­nung. Das war bei mein­er alten Eis­mas­chine großzügiger bemessen.

Die größte Her­aus­forderung, die jede Eis­mas­chine meis­tern muss, ist jedoch die Kon­sis­tenz der fer­ti­gen Eis­masse. Hier gibt es viele Missver­ständ­nisse und falsche Erwartun­gen, weshalb viele Eis­maschi­nen (nicht nur diese) schlechte Bew­er­tun­gen erhal­ten.

Der Motor der Unold Deluxe ist in der Tat etwas schwach und kurz vor dem Ende der Rührzeit kann es passieren, dass das Eis so fest wird, dass der Rührer sich nicht wei­t­er­drehen kann. Ein Sicher­heitsmech­a­nis­mus schal­tet dann automa­tisch den Motor aus. Da der Kom­pres­sor jedoch weit­er­hin eiskalt ist, kühlt das Eis schnell durch und kann nur schw­er aus dem Behäl­ter geholt wer­den. Stellt es euch als ein riesiges Eis am Stiel mit dem Rührer als Stiel vor. Deswe­gen kon­trol­liere ich paar Minuten vor der Zeit, ob das Eis schon die gewün­schte Kon­sis­tenz hat und schalte die Mas­chine gegebe­nen­falls vorher aus.

Bei Ama­zon hat auch jemand berichtet, dass er die „Pad­del“ des Rührers abgeschnit­ten habe, um eine bessere Rührleis­tung zu erzie­len. Das habe ich jedoch noch nicht pro­biert.

Wer diese Eige­nart der Mas­chine ken­nt, kann jedoch gute Eis­creme her­stellen. Eher führen andere Fehler dazu, dass das Eis in der Mas­chine entwed­er zu hart oder zu weich wird. Ein üblich­er Fehler ist ein falsches Eis-Rezept. Dazu habe ich hier mehr Tipps gegeben. Ein ander­er Fehler ist die Befül­lung. Ziel ein­er Eis­mas­chine ist es, Luft unter das Eis für die gewün­schte „Cremigkeit“ zu rühren. Wer die Mas­chine jedoch bis oben­hin mit Eis­masse füllt, braucht sich nicht wun­dern, dass sich das Eis nach oben ausweit­et und den Deck­el (und damit auch den Motor) von der Mas­chine drückt oder der Motor die zu große Menge nicht bewälti­gen kann, wenn sie fes­ter wird. Deshalb wer­den Eis­mas­chine höch­stens nur zu 3/4, eher nur zu Hälfte befüllt. Bei der Unold De Luxe heißt das konkret: Höch­stens 500 bis max­i­mal 750 ml Eis­masse ein­füllen.

Das Eis im unteren Teil der Mas­chine ist immer etwas käl­ter als oben. Das ist ein­er­seits logisch, weil von unten auch gekühlt wird, von oben jedoch nicht, ander­er­seits aber auch ein klein­er Kon­struk­tions­fehler der Mas­chine, weil von oben durch den Met­all­stab des Motors (im ersten Bild zu sehen) Rei­bungswärme in das obere Ende des Rührers geleit­et wird. Das hätte sich­er bess­er gelöst wer­den kön­nen.

Ins­ge­samt ist die Unold de Luxe eine sehr gute Mas­chine in ihrer Preisklasse (ca. 150 Euro), die sich wegen des Gewichts und der Größe aber eher für Leute eignet, die regelmäßig Eis selb­st machen wollen.

* Affil­i­ate

17 Kommentare… füg einen hinzu
  • Ich habe dieselbe Maschine. Nachdem ich es leid war, das Eis im Gefrierer alle halbe Stunde umzurühren - und es manchmal auch vergass - hab ich mir diese angeschafft. Ich bin sehr zufrieden mit ihr und kann dieselben Kritikpunkte anführen. Das Überwachen der Eisherstellung ist unerlässlich, um am Schluss die gewünschte Konsistenz zu haben.

    Antworte
  • Hört sich gut an .. habe mich auch schon mit dem Gedanken getragen mir solch ein Kompressormaschinchen zuzulegen.
    .. Vielleicht kommt ja bald der Sommer 😉

    Antworte
  • Hallo und erstmal großes Kompliment für diesen tollen Blog! Absolut professionell und großartige Rezepte, habe zuletzt das Käsekucheneis getestet - SUPER! Nun zum Unold, denn den habe ich auch. Bin im großen und ganzen auch wirklich zufrieden damit, mich stört allerdings am meisten, dass sich die Beschichtung im Behälter löst. Da wäre die Frage, ob man einen neuen Behälter als Ersatzteil bestellen kann. Alles andere läuft genauso, wie von dir beschrieben.

    Eine ganz andere Frage noch zum Schluss: Habe am Wochenende ein tolles Mojito-Eis in einer dieser Australian Ice Cream Läden gegessen. Hättest du dazu ein schönes Rezept? Konnte im Internet keins finden, will das nämlich nicht einfach als Sorbet, sondern gerne auf Sahne-/Creme-Basis. Ansonsten wäre ich auch mit einem normalen Rezept für Eis mit frischer Minze zufrieden, gerne auch auf Sahne-Basis.

    Vielen lieben Dank und weiter so! Beste Grüße, Stefanie

    Antworte
    • @Stefanie: Es freut uns, dass dir unser Blog gefällt. Zum Mojito-Eis. So ein Eis steht schon länger bei mir auf meiner Liste zum schreiben. Gerne werde ich eines für dich rezeptieren. Soll es mit oder ohne Alkohol sein? Allerdings kann es ein weilchen dauern, da ich vorher andere Artikel pendent habe. Gruss Erich

      Antworte
    • Hallo Erich, toll, da freue ich mich! Gerne kann das Eis ohne Alkohol sein. Beste Grüße, Stefanie

      Antworte
  • Ich hab auch eine Unold - allerdings die Unold 8875 ... Bei der muss ich die Eismasse locker 2 Stunden laufen lassen damit es fest genug wird. Und dann läuft es innerhalb von 2 minuten komplett weg wenn man es überhaupt zu Kugeln formen kann... Liegt es an der Maschine oder bin ich zu blöd?

    Antworte
  • Wir haben ein ähnliches Modell von der Unold und können bestätigen, dass die Eiscremes damit klasse werden. Wenn man die Eigenheiten der Maschine kennt, dann kommt man damit super zurecht! Das Geld für die Maschine hat such bei uns definitv gelohnt, seitdem wird kein Eis mehr im Supermarkt gekauft 😉

    Antworte
  • Hallo Robert,

    toller Testartikel.

    Wir haben die Unold Deluxe ebenfalls getestet und 4 von 5 Sternen vergeben. Uns war auch besonders negativ aufgefallen, dass der Motor bei zunehmendem Gefrieren der Eismasse langsamer wurde bzw. sogar stehen blieb.

    Aber alles in allem natürlich ein super Kompressor-Gerät

    Viele Grüße

    Antworte
  • Hallo,

    Sie schreiben oben, dass man die Teile in der Spülmaschine reinigen kann. Dies ist ausdrücklich in der Bedienungsanleitung untersagt!
    Sonst sehr informativ, Danke!

    LG
    Tobias J. Schmidt

    Antworte
    • @Tobias: Mag sein, bisher ist bei mir in knapp vier Jahren noch nichts Auffälliges passiert, obwohl ich ja ca. 1x die Woche Eis mache und die Teile danach in der Spülmaschine reinige. Ich benutze aber auch nür "Öko-Spülmaschinen-Tabs", die sind in der Tat wirklich weniger ätzend als konventionelle Tabs.

      Antworte
  • Hallo,
    danke für den guten Bericht und die super Rezepte!
    Ich habe seit einigen Tagen die Unold de Luxe und bin generell sehr zufrieden damit, das Eis wird super.
    Bislang habe ich ein Sorbet gemacht und Nutellaeis, nach eurem Rezept.

    Wie Andre mache ich mir aber Gedanken über die Konsistenz vom fertigen Eis: es ist zu weich, um richtige Eiskugeln daraus zu formen und man muss es wirklich sofort essen, weil es sehr schnell schmilzt.

    Gibt es dazu irgendwelche Tricks? Sollte man das Eis z.B. noch länger zum Kühlen in der Maschine lassen, wenn es fertig gerührt ist? Oder evtl. anschließend kurz in den Tiefkühler geben?

    Antworte
    • Hi Steffi, siehe dazu meinen artikel unter eistheorie "warum wird mein eis zu weich?"

      Antworte

Hinterlasse einen Kommentar

Close