Leserfrage: Selbst gemachtes Eis verliert an Geschmack?

Letz­te Woche habe ich von der Moni fol­gen­de Mail bekom­men:

„Huhu Robert, ein Traum eure Rezep­te. Habe schon eini­ge pro­biert und bin begeis­tert!

Ich habe kei­ne Eis­ma­schi­ne, bin mit dem Ergeb­nis aber zufrie­den. Nun habe ich noch eine klei­ne Fra­ge: Egal bei wel­cher Sor­te, nach ein paar Löf­feln schmeckt das Eis nach nichts mehr. Ganz mys­te­ri­ös, denn die ers­ten Löf­fel schme­cken noch ganz inten­siv. Das ist echt komisch. Es geht auch all mei­nen Mit­es­sern so, also scheint es nicht nur an mir zu lie­gen. Hast du viel­leicht eine Erklä­rung oder einen Tipp?

Lie­be Grüß­le und schö­nen Abend noch, Moni“

 © Peter Atkins - Fotolia.com
Das ist in der Tat selt­sam, denn ich hat­te das Phä­no­men noch nie. Trotz­dem fal­len mir ein paar mög­li­che Theo­rien dazu ein.

Wer kei­ne Eis­ma­schi­ne hast, muss bei den Rezep­ten das Eis öfter rüh­ren. Wenn nicht oft genug gerührt wird, setzt sich das Fett eher unten ab und dadurch kann das Eis an ver­schie­de­nen Stel­len anders schme­cken. Außer­dem schmeckt Eis weni­ger inten­siv, je käl­ter es ist, aber dann müss­te es ja im geschil­der­ten Fall inten­si­ver schme­cken, je wär­mer es wird. Das ist also aus­zu­schlie­ßen.

Eine drit­te Mög­lich­keit wäre, dass sich die Geschmacks­knos­pen in der Zun­ge nach eini­gen Löf­feln an das Eis „gewöhnt“ haben und daher den Geschmack nicht mehr rich­tig wahr­neh­men. Test­esser oder Wein­ver­kos­ter trin­ken daher zwi­schen jedem Bissen/Schluss einen Schluck war­mes stil­les Was­ser.

Kurz: Eine rich­ti­ge Ant­wort auf die Fra­ge habe ich lei­der auch nicht, nur eini­ge Vor­schlä­ge.

Hat einer von Euch das Pro­blem schon mal gehabt oder kennt eine mög­li­che Lösung?

Foto: © Peter Atkins – Fotolia.com

 

Inspiration für ein weiteres Eis-Rezept

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Jana

    Ich habe das auch schon erlebt und fest­ge­stellt, dass es an den Kris­tal­len liegt, die sich bil­den. Man kann da nur Abhil­fe schaf­fen, indem man rigo­ros und gedul­dig umrührt beim Ein­frie­ren. Alter­na­tiv (das habe ich schon gemacht wenn ich wuss­te ich habe die Zeit beim Ein­frie­ren nicht) kann man das Eis auch in klei­nen Por­tio­nen ein­frie­ren (zb im Eis­wür­fel­be­häl­ter, auch wenn der natür­lich schnell voll ist) und dann für den Ver­zehr im Mixer durch­häk­seln. So wird Luft unter das Eis gemixt, die Kris­tal­le gebro­chen und der Geschmack ent­fal­tet sich wie­der voll.
    Nach­teil: Ist kniff­lig, da Eis schnell flüs­sig wird.

    Man muss etwas rum­pro­bie­ren, aber man kann es defin­tiv schaf­fen! 🙂
    LG

  2. Philipp Lojak

    Hal­lo,

    Die Lösung ist ganz ein­fach.

    Nor­ma­ler­wei­se sind in Eis geschmacks­ver­stär­ker ent­hal­ten. Die­se sind i.d.R. Fet­te und blei­ben damit lan­ge auf der Zun­ge. Wenn dies nicht der Fall ist, bedeu­tet das ech­te Qua­li­tät…

    Außer­dem ist der Effekt der Gewöh­nung an Geschmä­cker sehr stark, ähn­lich wie dem des Geruchs (die ja sehr eng ver­bun­den sind).

    Es wird wohl eine Mischung aus bei­den Effek­ten sein.

    Che­ers,

    Phil­ipp

    1. Jana

      Ich hin­ge­gen plä­die­re auch für einen Anteil ‚mei­ner‘ am End­ef­fekt! *gg*

    2. Philipp Lojak

      Das habe ich übri­gens mal im Stern gele­sen 🙂

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